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© 2010 Kruska-Family
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2006 Osteuropa/ Türkei/Griechenland
6.1. Wir sagen tschüss
Obwohl Freunde, Bekannte, Verwandte und Mitarbeiter schon seit langer Zeit wussten, dass wir am 20.07.06 mit der 1. Etappe unserer großen Reise beginnen wollten, waren fast alle überrascht als es nun endlich soweit war. "Wassss.... Ihr wollt schon los?" oder "Wie.... ist es schon so weit?" waren einige der häufigste Reaktionen.
Unser besonderer Dank gilt natürlich erstmal unseren Kindern Philip und Rabea, die uns in unserem Vorhaben immer wieder unterstützt und ermutigt haben. Danke an Euch Beide!!! Aber auch an unsere Mitarbeiter geht ein besonderer Dank! Sie haben sich sehr rührend und teilweise sehr tränenreich von uns verabschiedet. Besonders gefreut haben wir uns über die vielen, vielen kleinen Geschenke, die wir nun während der Fahrt ausgepackt haben und die uns nun begleiten. Berührt haben uns auch die emotionalen Verabschiedungen der Kinder, die schon lange bei uns in der Einrichtung leben. Kopf hoch!!!
Wir denken oft an Euch! Bei so viel Herzlichkeit ist uns der Abschied nicht ganz leicht gefallen! Bedanken möchten wir uns auch bei unseren Freunden für die guten Wünsche, für die medizinische Versorgung, für die vielen Leckereien für unterwegs und, und, und ...
6.2. Die Reise beginnt
Am 20.07.06 fuhren wir nun zunächst nach Heiligenstadt in die Nähe von Bamberg zu eine privaten Globetrottertreffen, welches von Walter und Bettina Scheinkönig profihaft und mit viel Liebe organisiert wurde. Anschließen besuchten wir verschiedene Freunde (u.a. Ron Williams, bekannt aus Funk und Fernsehen (www.ron-williams.de).
Weltreise/ 1. Station/ Globetrottertreffen vom 21.07.06 - 23.07.06
Schon seit 20 Jahren findet in Heiligenstadt (Bamberg/ Fränkische Schweiz) ein von unseren Freunden Bettina und Walter professionell und mit viel Liebe organisiertes, privates Globetrottertreffen statt. Ca. 100 Reisefreudige trafen sich zum Klatsch und Tratsch, aber auch zum wertvollen Erfahrungsaustausch.
Südamerika steht bei den Reiselustigen z.Zt. hoch im Kurs, auch Walter und Bettina werden ihren MAN im September von Deutschland nach Buenos Aires verschiffen, um von dort ihre erste halbjährige Reise zu starten.
Wir wünschen ihnen viel Glück und ganz viele tolle Reiseerlebnisse und natürlich jede Menge Spaß!
Weiter geht es nun über Ungarn, Rumänien, Bulgarien und als Hauptreiseland in die Türkei. Von da aus folgt Griechenland und am 02.12.06 geht unsere Fähre von Patras nach Venedig. Wir rechnen damit, dass wir Mitte Dezember 06 wieder in Deutschland sind. (Schade, die erste Etappe ist schon wieder um!!!!)
Erfreulicher Weise unterstützen auch unsere beiden Kinder Philip und Rabea unser Vorhaben. Danke!!!! Nach dem unser alter Freund Hans, der seit den 70er Jahren in San Franzisko lebt, von unseren Reiseplänen erfuhr, beschloss er mit seiner lieben Frau Barbie ein Reisemobil zu kaufen und uns für einige Monate zu begleiten. Nachahmung ist empfohlen!!!
Wir freuen uns auf ein Wiedersehen mit Euch, irgendwann und irgendwo!
Seid bis dahin alle herzlich gedrückt!!!
6.3. Österreich/Ungarn
Abzocke Österreich
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Nach einer mehrtägigen Verabschiedungstour durch Deutschland (Peter, Elke und Michel in Michelsrombach, Gudrun und Robert in Schmitten bei Frankfurt, Fritz und Elli in Heidelberg (danke für die tolle Versorgung!!!), Ron Williams in München) und einer Weinprobe in Bad Dürkheim, entschieden wir uns trotz unserer Negativerlebnisse vor 2 Jahren an der österreichischen Grenze wieder für die schnelle Variante der Durchreise des Landes ... der Autobahn durch Österreich. |
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Also buddelten wir unsere GO BOX (Maut-Ladegerät für LKW`s und Wohnmobile über 3.5t) und ließen diese an der Tanke auffüllen. Ca.60€ straight ahead bis zur ungarischen Grenze! Der 1. große Posten, der unnötig die Reisekasse strapazierte.
Ungarische Grenze
Außer Vorzeigen unserer Reisepässe keinerlei Kontrolle! Kein Mensch interessierte sich für unseren Hund (obwohl wir ihn doch für viel Geld medizinisch versorgt haben), geschweige denn für unser Wohnmobil.
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Erste Station in Ungarn war der Naturschutzpark direkt am Neusiedler See. Im Reiseführer als Geheimtipp ausgewiesen, bestaunten wir die vielfältige Vogelwelt, für Vogelkundler ein wahres Paradies.
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Die weitere Reise ging zunächst Richtung Osten, um in Corna in südliche Richtung über Papa zum Ballaton (platter See) zu fahren. InHerend legten wir einen Zwischenstop ein, um die weltberühmte Porzellanmanufaktur zu besichtigen und bemalte Porzellanstücke aus dem 18. Jahrhundert zu bestaunen.
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In Ballatonfüred trafen wir unseren alten Freund Heinz Nolting mit seiner Familie, der hier Wohnwagenurlaub macht. Ballatonfüred kannten wir von einer früheren Reise, die wir noch weit vor der Demokratisierung Ungarns unternahmen.
Wie hat sich Ballatonfüred verändert???!!! Massentourismus auf eine relativ billige Art und Weise. 2500 - 3000 Menschen auf einem Campingplatz. Die Tierschützer hätten ihre wahre Freude, denn Massentierhaltung ist nichts dagegen. Hektik, laute Diskomusik, Autos, gröllende Betrunkene ließen uns schwer einschlafen. Die Preise sind stark gestiegen, so muß z.B. Heinz Nolting für die kleine Parzelle mit Wohnwagen, Auto und 3 Personen 30€ proTag bezahlen. Der Dieselpreis liegt mittlerweile in Ungarn bei 1.10€ und wenn mann dann noch die weite Anreise plus Dieselpreis in Österreich (1.14€) und Vingette berechnet, ist dieses ein teures Unterfangen.
Ungarn waren auf dem Campingplatz eher selten anzutreffen, die können sich dieses wohl kaum erlauben. Hoffentlich geht dieses auf Dauer gut!!
Nach 2 Nächten, die wir mit unserem WoMo kostenlos vorm Platz standen (1. war uns der Platz zu teuer, 2. durfte unser Blacky nicht auf den Platz), verabschiedeten wir uns von Noltings und fuhren über Keszthely/ Böhönye weiter Richtung Süden entlang der ungarisch - kroatischen Grenze nach Harkany, einem bekannten Kur- und Badeort mit schwefelhaltigen Thermalquellen. Donnerstag, den 03.08.06 war totale Entspannung im 36 -38 Grad heißen Bad angesagt. Ein anschließender Stadtbummel wurde durch ein heftiges Gewitter mit sintflutartigen Regenfällen beendet. Völlig durchnässt erreichten wir unser WoMo und freuten uns auf eine Tasse heißenTee.
03.08.06
Nach dem Abendessen bekamen wir von unseren Zeltnachbarn, einem Ehepaar aus Dresden, Besuch. Es wurde ein lustiger und spannender Abend, weil wir u.a. Hintergrundinformationen von Stasi und Co. erhielten. Am nächsten Morgen, es regnete immer noch, setzten wir unsere Reise fort. Nach einigen, wenigen Kilometern befanden wir uns in Sikklos, weiter ging es gen Osten nach Villany, einer kleinen, aber sehr feinen Weingegend.
| Die gefragtesten Villany-Weinsorten sind: Blauer Portugieser, Merlot, Blaufränkischer und Cabernet. Mitten im Ort, unweit der Weinkeller und des Festplatzes fanden wir einen tollen Übernachtungsplatz. Bei einem Ortsbummel stießen wir auf ein Weinmuseum. Wir lernten, daß Teleki Zsigmond (1854 - 1910) auf seinen Anbaugebieten1881 erfolgreich den Kampf gegen die Reblaus begann. |
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War der Ort noch gegen Mittag ruhig und beschaulich, entwickelten sich am frühen Abend vielversprechende Aktivitäten. Ein dreitägiges Weinfestival war angesagt und Villany verwandelte sich in ein Tollhaus und mittendrin die Kruskas. Es herrschte den ganzenAbend eine fröhliche und ausgelassene Wein-Stimmung.
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05.08.06
Mit leichtem Brummschädel fuhren wir durch die liebliche Landschaft von Ungarn, vorbei an unvorstellbar riesigen Sonnenblumen-, Mais- und Weizenfeldern Richtung Budapest. Die Fahrt mit dem LKW durch Budapest war sehr strapaziös, denn schlechte Straßen, Baustellen über Baustellen und eine mangelnde oder irreführende Straßenführung sorgten dafür. daß wir uns zwar verfuhren, aber dennoch einen super Übernachtungsplatz fanden. Wir standen oberhalb von Budapest in den Bergen mit einem herrlichen Blick auf die beleuchtete Stadt. In unmittelbarer Nähe von uns standen nagelneue, riesige und architektonisch sehr interessante Villen, wo wohl die Gewinner der Reformen wohnen.
06.08.06
Nach ca. 1 Stunde Fahrt erreichten wir Szentendre, einer kleinen Stadt mit schmalen Gassen, die im 18. Jahrhundert von zugewanderten Serben ihren Stempel aufgedrückt bekam. Kleine Museen und Galerien laden zur Besichtigung ihrer Arbeiten ein, aber auch an Souvenirläden mit folkloristischen Auslagen, Cafes und Weinlokalen mangelt es nicht.
6.4. In der Puszta
12./13.o8.o6
Mittlerweile sind wir an diesem Wochenende an den großen Seen der Tisza angekommen. Dieses Gebiet gehõrt mit zum Nationalpark der Hortobagy (Puszta). Die Tisza mit ihrer vielfältigen Vogelwelt ist darüber hinaus ein interessanter Kanu- und Angelfluss. Auch wir nutzten dieses Revier für eine Kanufahrt und konnten dabei interessante Vögel beobachten. Blacky war mit von der Partie, es war seine erste Kanufahrt.
Mit dem Einsteigen hatte er so ein Problem, aber nach einer anfänglichen Scheu legte er sich lang hin und ließ sich die Sonne auf seinen Pelz scheinen.
Wir hatten das Kanu zwar den ganzen Tag gebucht (12oo Forint - 5€), gerieten jedoch nach 3 Stunden in ein heftiges Gewitter. Bis auf die Unterwäsche tratschnass und durchgefroren waren wir froh unser Wohnmobil wieder zu erreichen. Nach einer warmen Dusche und einer Tasse Kaffee ging es uns gleich wieder besser
13.o8.o6/14.o8.o6
Hortobagy/ Puszta
Die telefonischen Kontakte mit unseren Amifreunden wurden in den letzten Tagen intensiver und wir trafen uns nun in der Hortobagy auf dem kleinen, schnuckeligen Campingplatz. Am späten Nachmittag trafen sie nun ein.
Am nächsten Tag unternahmen wir eine gemeinsame Kutschfahrt in die weite Puszta und konnten dabei Graurinder, Zackelschafe, Wollschweine, Wasserbüffel sowie Störche und Reiher beobachten. Natürlich nahmen wir auch an einer Vorführung der typisch ungarischen Reiterspiele teil.
Einige Worte über die Puszta:
Der Nationalpark Hortobagy ist der erste und größte (82 ooo ha) Nationalpark Ungarns, er ist am o1.o1.73 zu stande gekommen. Seine Fläche zur Gründungszeit ist heute Biosphärreservat, ein Viertel gilt als hoch geschütztes Gebiet.
Die Gemeinde Hortobagy liegt an der Neunbogenbrücke im Herzen des Nationalparks.
Dieses ist unser letzter Bericht aus Ungarn, da wir heute die Grenze nach Rumänien passieren. Von dort aus folgen natürlich weitere Berichte, sofern wir ein Internet - Cafe finden.
6.5. Ungarn bis zur slowakischen Grenze
o8.o8.o6
Wenn man an Ungarn denkt, fällt einem natürlich zunächst Budapest, die Puszta, der Plattensee, vielleicht noch Gulasch, Paprika, Rotwein und feurige Mädchen ein. Aber Gebirge????
Heute auf unserer Fahrt in den Nationalpark nach Aggetek an der slowakischen Grenze sollten wir das ungarische Gebirge kennenlernen.
| Zunächst ging es in nördliche Richtung, um mit einer altertümlichen Fähre von Szentendre die Donau nach Vac zu überqueren. Dafür, dass wir 20€ für die Überfahrt bezahlen mussten, hatte dieser Seelenverkäufer weder funktionierende Rettungsboote noch Rettungswesten. |
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Ab Vac waren es dann vier Stunden reine Fahrzeit durch das Gebirge, das parallel zur slowakischen Grenze verläuft. Nach einer von heftigen Regengüssen begleiteten Fahrt auf einer serpentinenreichen Straße erreichten wir am frühen Abend des o8.o8.o6 den Nationalpark Aggetek.
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Wir übernachteten auf einem schönen Parkplatz direkt vor der weltberühmten Tropfsteinhöhle. |
| Am nächsten Tag nahmen wir an einer Höhlenführung teil. Die Tropfsteinhöhle ist sehr beeindruckend, sehr verzweigt, insgesamt 25 km lang und reicht weit bis in das slowakische Gebiet. U.a. gibt es in dieser Höhle einen riesigen Konzertsaal mit einer atemberaubenden Akkustik. Unvergleichbar schöne Erlebnisse bieten die Höhlenkonzerte, die europaweit als Kuriosium gelten. Wir konnten eine kleine Kostprobe hiervon erleben. Die 8€ Eintritt pro Person haben sich wirklich gelohnt. Für Naturliebhaber und Ruhesuchende ist dieser Park ein empfehlendes Gebiet. |
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6.6. Rumänien
6.6.1. Rumänien 1
Mittlerweile sind wir schon einige Tage in Rumänien unterwegs und um es vorweg zu nehmen, abgesehen von den schlechten Straßenverhältnissen, überwiegen die postiven Erlebnisse. Aber nun alles der Reihe nach.
Ungarn haben wir über Debrecen verlassen und waren am 15.08.06 an der rumänischen Grenze. Junge, freundliche Grenzer beschränkten ihre Kontrollen lediglich auf das Vorzeigen unserer Pässe. Die Neugier jedoch trieb den Zöllner in unser Auto. Vom Fahrerhaus schaute er in den Wohnbereich und war völlig überrascht und erschrocken als Blacky ihm mit seinen tiefschwarzen Augen anglotzte. Offensichtlich fand er die Geschichte so witzig, daß er diese gleich an seine Kollegen weitergab. Großes Gelächter allerseits. Lachend wurden wir in Rumänien empfangen. Einen besseren Einstieg konnten wir uns nicht vorstellen.
An der Grenze wurde etwas Geld getauscht. Die neue Währung heißt hier mittlerweile Ron und man bekommt für einen Euro 3.35 Ron, wobei ein Liter Diesel 3.47 Ron kostet. An diesem Abend sind wir zum Übernachten über Ordea nach Bälle Felix, einem bekannten Kur- und Badeort gefahren.
Am nächsten Tag war Großeinkauf bei Selgros angesagt, einem Metro ähnlichen Großmarkt. Wir bunkerten jede Menge Vorräte. Auffallend war das Riesenangebot, u.a. auch sehr viele westliche Produkte und für Jürgen als Diabetiker war es auch möglich sämtliche Artikel diesbezüglich nachzukaufen. Trotzdem kaufen wir natürlich immer wieder frisches Gemüse, wie z.B. Pilze, Paprika, etc. bei den Frauen an der Straße.
Am frühen Nachmittag fuhren wir nach Oraso Uno, einem kleinen Ort und schliefen dort an einem kleinen See. Das warmeWasser lud uns zum Schwimmen ein. Es war ein wunderschöner Platz, nur unverständlich, daß jeder Besucher dort seinen Müll zurück läßt.
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Bei bestem Wetter ging es am nächsten Tag weiter Richtung Osten auf der Nationalstraße 19, unmittelbar an der ukrainischen Grenze entlang zu dem Ort Sapanta, der wegen seinem fröhlichen Friedhof weit über die Landesgrenze hinaus bekannt ist. Hier hat nämlich der 1935 geborene und 1977 verstorbene Holzschnitzer Ion Patras auf bemalten und beschrifteten Grabkreuen dem Tod seinen Schrecken zu nehmen versucht. Seine Tradition wird auch heute noch weitergeführt.
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Über Moisei ging es weiter nach Borsa, wo wir zwei Tage direkt vor einem Hotel auf einer Wiese kostenlos übernachten konnten (inklusive Hoteltoilettenbenutzung). Zu dem Ort Moisei gibt es noch zu sagen, daß 1944 die Ungarn 29 Bewohner töteten und anschließend das Dorf in Brand setzten.
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In Borsa kaum angekommen wurden wir durch Gehupe und laute rumänische Musik auf eine Hochzeit aufmerksam. Dieses Ereignis wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen, zumal sich die Kirche unmittlbar vor unserem Stellplatz befindet.Mit einer unbeschreiblichen Herzlichkeit wurden auch wir von der Hochzeitsgesellschaft aufgenommen und "abgefüllt".
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Es floss reichlich Palinka, ein selbstgebrannter Pflaumenschnaps, schon vor und auch während der Trauung. Kuchen und Bisquits wurden herumgereicht, auch der Pastor spuckte nicht ins Glas. Ehe wir uns versahen, bekamen leicht strunzelig vom Pastor das Abendmahl. Während der Hochzeitszeremonie lernten wir zwei sehr nette rumänische Ehepaare, die anschließend unsere Gäste vor unserem Wohnmobil wurden, kennen.Wir erfuhren, daß das Gebiet um Borso ein wahres Hochzeitsparadies a la Las Vegas ist. Hier finden ca. 350 Hochzeiten in 14 Tagen statt.
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18.08.06
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Trotz Brummschädel wurde Jürgen ins Rodnei Gebirge, einem herrlichen Wandergebiet, gescheucht. Die Wege sind sehr schwierig zu laufen, sie sind ausgewaschen, extrem steil und voller Hindernisse. Wir haben uns als geländegängige Großeltern bewiesen. Völlig durchschwitzt und mit brennenden Füßen erreichten wir nachmittags unser Lager.
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19.08.06
| Wir setzten unsere Fahrt fort durch ein Tal Richtung Osten, auf der linken Seite das Maramuresch Gebirge, rechte Hand das Rodnei Gebirge. Nach kurzer Zeit erreichten wir den 1414 m hohen Prislop Pass, den wir nach einer kurzen Kaffeepause verließen. Unser heutiges Endziel sollten die Moldau - Klöster sein, wovon wir zwei besuchen wollten. |
| Von allen Klosterkirchen mit Außenfresken hat Kloster Humor die ältesten Malereien. Obwohl die Fresken bald 500 Jahre alt sind, leuchten sie noch immer erstaunlich frisch, in den für Humor typischen Rottönen. Geschäftstüchtige Nonnen sorgen für reißenden Umsatz mit Rosenkränzen, Bildern von Mutter Maria und jegliche Art von Kreuzen. Selbst das Fotografieren und Filmen ließen sie sich bezahlen. . |
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Gestaunt haben wir über die komfortable Unterkunft der Gottesdienerinnen und die Mutter Oberin ließ sich in einem nagelneuen Mercedes durch die Stadt chauffieren. Es ist ein krasser Widerspruch zur Armut mancher Menschen im Land
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Mit gemischten Gefühlen verließen wir diesen Ort und fanden nach kurzer Suche einen wunderschönen Stellplatz auf einer großen Wiese direkt an der Moldau, die wir auch zu einem Vollbad nutzten.
Der Abend endete am Lagerfeuer.
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20.08.06
| Ein Kloster, nämlich das Voronet, sollte noch besichtigt werden. Als "Sixtinische Kapelle" des Ostens gepriesen, stellt dieses Kloster eines der schönsten Klosteranlagen der Moldau dar. In keinem anderen Kloster an der Moldau sind die Außenfresken ausdrucksvoller und die Farben intensiver. Phaszinierend ist die typische Farbe: das Blau von Voronet. |
| Auch hier die gleiche Geschäftstüchtigkeit der kirchlichen Diener. Es ist schon erstaunlich, daß auch hier die Ärmsten der Armen ihre letzten Lei zusammenkratzen, um irgendeinen Kitsch zu kaufen. Vor den Toren der Klöster gab es reichlich Verkaufsstände von den einheimischen Frauen, die ihre selbst hergestellten Produkte, wie z.B. besickte Decken und Blusen, sowie auch bemalte Eier zum Verkauf anboten. Auch kleine "Restaurants" mit Wohnzimmeratmosphäre haben sich um die Klöster etabliert |
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Über Suceava setzten wir die Fahrt nach Bacau fort. Ab Butea glaubten wir uns auf einer mautpflichtigen Autobahn zu befinden und ordentlich wie wir sind, wurde eine Vignette gekauft. Leute, das war ein Erlebnis. Hier die kurze Schilderung: 3 Frauen in einer Tanke, keine konnte Deutsch, keine konnte Englisch, ich kann kein Rumänisch. Mit Händen und Füßen erklärte ich unser Vorhaben, keine verstand uns. Nach langem Palaber, Aufschreiben der Personalien aus dem Reisepass und der Daten aus dem Fahrzeugbrief, kam endlich ein ca. 12 jähriger Junge zu Hilfe, der vielleicht in der 3. Klasse Englisch hat und sich dementsprechend mit mir verständigen konnte. Letztendlich machte ich ihm unsere Route klar, bezahlte umgerechnet ca. 5 Euro, hatte in der Tanke 45 Minuten verbracht und war stolz wie Oskar, alles nun bestmöglichst erledigt zu haben. Weit gefehlt. Als wir auf der "Autobahn" ankamen, sahen wir,daß hier Ochsenkarren und Fahrräder fuhren, sowie auch Menschen spazieren gingen. Die "Autobahn" stellte sich als nicht kostenpflichtige Schnellstraße heraus. Die 5 Euro verbuchten wir als Spende an den rumänischen Staat.
Während der Weiterfahrt durch herrliche Bergwelt stießen wir bedauerlicherweise auf einen Autounfall. Zwei PKW`s sind Sekunden vor unserem Eintreffen zusammengestoßen. Die Verletzten lagen zum Teil noch im Auto. In Sekundenschnelle entwickelte sich ein Chaos. Gaffer ließen ihre Autos irgendwo stehen, blockierten die Straßen um ja nichts zu verpassen. Geholfen hat keiner und die Weiterfahrenden suchten ihrendwo ihren Weg. Ungefähr 20 Minuten später kam uns die Polizei entgegen und es dauerte eine weitere Viertelstunde bis uns der Rettungswagen begegnete. Als Schwerstverletzter hat man hier minimale Chancen. Luftrettung, wie in Deutschland, gibt es hier nicht. Etwas nachdenklich und verärgert über unsere mangelnden medizinischen Kenntnisse fuhren wir zunächst schweigend weiter und erreichten gegen Abend Brasov (Kronstadt) in Transsilvanien (Siebenbürgen)/
21.08.06.
Straigt ahead ging es auf einen Campingplatz (Camping Dirste) außerhalb der Stadt, da große Wäsche angesagt war. Wir hofften auf dem Platz eine Waschmaschine vorzufinden und wurden tatsächlich nicht enttäuscht. Dieser Platz ist bestens zu empfehlen, da er westeuropäischen Standard aufzuweisen hat.Hinzu kommt, das der Platz ein gepflegtes Wiesengelände hat, welches eingebettet zwischen kleinen bewaldeten Bergen liegt.
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Transsilvanien ist durch Graf Dracula uns allen bekannt. Selbstverständlich mußten auch wir uns Castle Bran, das berühmte Dracula Schloß, anschauen. Einige sagen, Graf Dracula hat hier gelebt, für die Historiker ist allerdings klar: Vlad Tepes alias Dracula lernte Castle Bran bestenfalls für einige Stunden als durchreisender Gefangener des ungarischen Königs Matthias Corvinos kennen.
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Oberhalb eines idyllischen Tales auf einem Felsmassiv ruhend verleitet der Anblick des lieblichen Schlosses eher zum Träumen als zum Gruseln. Das Schloß und der Ort Bran in Verbindung mit der Bauernburg in Rasnov (Rosenau) ist eine Reise wert.
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23.08.06
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Heute stand auf dem Besuchsprogramm die Altstadt von Brasov, einer siebenbürgischen Großstadt. Brasov ist einer der wichtigsten kulturellen und industriellen Zentren Rumäniens, sowie Wissenschafts-, Verwaltungs- und Verkehrsmittelpunkt der Region. Sie ist aber auch Ausgangspunkt in das Wander- und Skigebiet rund um Poiana Brasov und zu vielen altsächsischen Kirchenburgen. Wir konnten uns davon überzeugen, daß Brasov eine aufwendig restaurierte Altstadt besitzt, in der das Leben pulsiert. Bei so viel Charme verging die Zeit wie im Flug.
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6.6.2. Rumänien 2
| Brasov mit seinem Charme hatte uns so eingefangen, daß wir kurzentschlossen unseren Aufenhalt um einen Tag verlängerten.Von der Seilbahnstation fuhren wir mit der rosa Telekabina auf den 400m Kronstädter Hausberg Tampa (der Zinne). In der warmen Sonne genossen wir den herrlichen Blick auf die Stadt Brasov und die Südkarparten. Zurückging es über einen herrlichen Wanderweg zur Talstation. |
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Für den nächsten Tag war eine nicht allzu lange Strecke angesagt. Sambata de Sus im dem Fagaras Gebirge sollte unser Ziel sein (25.08.06).
In der Nähe einer Ansammlung von Häusern war ein idealer Stellplatz schnell gefunden. Wir standen auf einer unendlich großen, verwilderten Wiese, im Hintergrund schlängelte sich ein Bach und ein Gebirge, welches auf 2500m ansteigt, lag zu unseren Füßen. Eine herrliche Fernsicht ermöglichte einen unendlichen Blick ins Tal. Die Menschen um uns herum grüßten freundlich und vermittelten uns willkommen zu sein. Während unsere Freunde "Urlaub" machen wollten, entschlossen wir uns am nächsten Tag für eine Wanderung.
Blacky, unserem treuen Reisebegleiter, wollte Jürgen zuvor aber etwas Gutes tun und ließ ihn frei laufen, in der Annahme, der kommt ja wieder.
Weit gefehlt!!!! Eine schwarze Hundedame lockte Blacky in ihren Bann, alles Pfeifen und Rufen unsererseits nützte nichts. Alle Hormone knallten offensichtlich bei Blacky durch, denn so schnell sahen wir Blacky noch nie laufen. Jürgen tröstete uns mit den Worten: "Der kommt in `ner Stunde wieder, ich kenne ja meinen Hund." Aber ... Blacky kam nicht, er kam auch nicht nach zwei Stunden. Nun machten sich auch unsere Freunde Hans und Barbara auf den Weg, um den Hund zu suchen. Außer einem Sturz von Barbara und einer Verletzung am Knie diesbezüglich erreichten wir nichts. Es wurde dunkel, stockdunkel und Blacky immer noch nicht da. Mittlerweile machte sich auch Jürgen auf den Weg, doch außer einer Begegnung mit einem Schweinehirten, erreichte er weiter nichts!!! Mit gemischten Gefühlen und der Frage "Was ist zu tun, wenn Blacky nicht wieder kommt?" gingen wir ins Bett. Wir vertrösteten uns auf den nächsten Tag und als Petra am nächsten Tag die Tür öffnete, stand Blacky schwanzwedelnd vor dieser. Froh und erleichtert wurde er erst einmal gedrückt und begutachtet. Gott sei Dank waren keine äußerlichen Verletzungen erkennbar. Jedoch war der Hund naß, dreckig und verschüchtert. Er wollte sofort ins Wohnmobil, so als wolle er Schutz suchen. Beim Bürsten stellte Jürgen fest, daß er leichte Schmerzen an der rechten Flanke hatte.
| Ohne Albträume verbrachten wir eine angenehme Nacht, doch die Albträume kamen am nächsten Tag als wir mit unserem LKW durch Bukarest fahren mußten. Südamerika läßt grüßen! Lima ist nicht schlimmer! Schlechte Straßen, absolut keine Verkehrsführung, jeder fährt wie er will, Hauptsache er kommt durch, rote Ampeln werden total ignoriert, nur der Stärkere zählt und viele Straßen für den Deutz gesperrt! Mann oh Mann!!! |
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| Irgendwie und irgendwann standen wir vor dem Hauptbahnhof. Bei Jürgen machten sich die Magen- und Darmgrippe wieder bemerkbar und wir parkten ohne Rücksicht auf Verluste unseren Deutz. Raus aus dem Fahrerhaus, rauf auf den Pott, sprach Petra in der Zwischenzeit ein Taxifahrer an, um zu fragen ob er uns weiterhelfen könne. Natürlich konnte er uns weiterhelfen!! Danke!! Wir wollten eigendlich nur auf die A2 Richtung Constanta, der Endpunkt an der rumänischen Schwarzmeerküste. Der Preis wurde ausgehandelt, mündlich und mit allen zehn Fingern, 15 Lei (ca. 5 Euro) und er erklärte sich bereit uns mit seinem Taxi zur Autobahnauffahrt zu führen. Gesagt getan. Er leistete großartige Arbeit, hielt den Verkehr für uns an, wartete immer bis beide Fahrzeuge bei einer grünen Ampel über die Kreuzung kamen, fuhr mit uns über Straßen, die für Fahrzeuge ab 3.5t gesperrt waren. Hier wären wir niemals gefahren. Alles war gut, bis es ans Bezahlen ging. Plötzlich verlangte er den Preis von 50 Lei (15 Euro) und teilte uns mit: "Mein Deutsch isch nich so jut! schuldigung!" Lange Rede, kurzer Sinn, wir haben die 50 Lei mit knirrschenden Zähnen bezahlt, haben ihm einen wunderschönen Tag gewünscht und ihn entlassen. Das nächste Mal werden wir uns die Preise schriftlich mit Unterschrift geben lassen. Man lernt halt immer dazu, aber ohne ihn hätten wir nur mit Schwierigkeiten aus Bukarest heraus gefunden. Nicht der Preis hat uns geärgert, sondern die Art und Weise, wie er uns über den Tisch gezogen hat. |
Die A2 hat westeuropäischen Standard, sodaß wir dann relativ zügig Constanta und anschließend unser Ziel Vama Veche, direkt an der Grenze zu Bulgarien, am Abend erreichten.
Der kleine Ort übersetzt "Alter Zollpunkt" gilt als rumänischer Künstlertreff schlechthin. Inzwischen gibt es hier kleine Pensionen, Restaurants und einen Platz, an dem man offiziell wild campen darf. In den Dünen fanden wir einen Platz direkt am Wasser. Wir campierten zwischen einem bunten Völkchen von Jung- und Althippies, Normaltouristen und so konservativen Typen wie wir. Viele unterschiedliche Nationen waren hier vertreten. Am Strand tummelten sich die Nackedeis und die Angezogenen. Circa 50m rechts von uns lagen zwei rumänische Soldaten in der Sonne und achteten darauf, daß keiner versehentlich über die grüne Grenze nach Bulgarien latscht. Beim Gassigehen mit Blacky wäre Jürgen das Beinahe passiert, aber die netten Soldaten machten ihn darauf aufmerksam. Linke Hand hinter den ganzen Zelten und Wohnwagen reihte sich eine Bar an die andere. Bauvorschriften scheint es hier nicht zu geben, jeder nimmt sich hier ein paar Bretter und ein paar Balken und zimmert sich eine Kneipe oder eine Nippesbude zusammen.
Nachts war dementsprechend Remidemi!!! So weit so gut, das Problem war nur, daß auch der hartgesottenste Camper irgendwann einmal auf den Pott muß. Wo also hin? Da bieten sich doch die Dünen an! Da man ja nun den Comfort liebt, wurde nicht weit gelaufen, sondern direkt hinter den Zelten und Wohnmobilen gesch.....! Erfreulicherweise bekamen wir in der folgenden Nacht einen heftigen Sturm, sodaß den lieben Campern das gebrauchte Toilettenpapier um die Ohren flog. An diesem gastlichen Ort haben wir es tatsächlich dann doch noch einenTag ausgehalten und sind nach der zweiten Nacht nach Bulgarien gefahren.
26.08.06
| Zu der geplanten Wanderung mußte natürlich Blacky mit. Auch hier fanden wir einen interessanten,aber sehr schwierigen Wanderweg vor. Am Endpunkt machten wir eine kurze Pause und weil Blacky von seinen nächtlichen Erlebnissen so erschöpft war, legte er sich an eine steile Böschung und schlief sofort ein. Eine kurze Ruhepause war ihm gegönnt, aber dann ging es wieder heimwärts. |
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Am späten Nachmittag erreichten wir erschöpft, durchgeschwitzt und hungrig unser Lager. Kaffeepause war angesagt!
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| Abends luden wir unsere Freunde in das nahegelegene Gartenlokal zum Essen ein. Welch ein Zufall... wieder fand vor unseren Augen eine rumänische Hochzeit statt. Wie es denn immer so ist, wenn Jürgen ein paar Bierchen getrunken hat, wird er leichtsinnig und tanzt sogar. Die Hochzeitsmusik inspirierte ihn so sehr, daß wir zur Freude der Hochzeitsgäste richtig mittanzten. |
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| Nach einem weiteren Bier und einem Palinka wurde Jürgen übermütig, ging zur Band, organisierte einen Dolmetscher, ging ans Mikrofon und hielt vor den gesamten Gästen eine Rede, die von dem Dolmetscher tadellos übersetzt wurde. Anschließend überreichte er dem jungen Brautpaar einen Lederball von der Deutschen Fußballweltmeisterschaft, mit der Auflage viele Jungen zu zeugen, damit diese später mit dem Ball spielen können. Sowohl Brautpaar als auch Gäste waren gerührt und uns wurde zum Dank ein rumänischer Mohnstuten überreicht. Eine Menge Applaus gab es gratis dazu. Als Dank für die gute, völkerverbindende Tat wurde Jürgen in der Nacht wach, starke Magenkrämpfe ließen keinen Schlaf zu. Am Sonntag war klar, eine Magen- und Darmgrippe ließ ihn nicht zur Ruhe kommen, also fiel der Fahrer aus und Sonntag war Ruhe und Pflege angesagt. |
Zu Hause hört man ja von Rumänien so dies und das. Wir jedenfalls sind durchweg von Rumänien positiv überrascht. Landschaftlich sehr abwechslungsreich, viele hohe Berge, das riesige Donaudelta, die Schwarzmeerküste, weite Ebenen, große landwirtschaftliche Flächen, viele schnell dahin fließende Flüsse, interessante Städte und last not least viele, viele nette Menschen, die offen und mit einer unbeschreiblichen Herzlichkeit auf uns zu gegangen sind. So wie wir von den Zöllnern bei der Einreise empfangen wurden, so hat sich diese Stimmung auf unserer Reise durch Rumänien fortgesetzt. Die Menschen haben uns teilweise zugewunken, gegrüßt und uns jederzeit geholfen. Ob in gebrochenem Englisch, in gebrochem Deutsch oder mit Händen und Füßen. Es ist uns nicht passiert, nichts ist uns weggekommen, wir hatten niemals, noch nicht einmal ansatzweise das Gefühl der Bedrohung, ganz im Gegenteil, die Menschen gaben uns das Gefühl -WILLKOMMEN- zu sein.
| Allerdings haben wir in diesem Land auch bittere Armut gesehen und wirklich nur gelegentlich sind wir angebettelt worden. Niemals aggressiv und ein Nein von unserer Seite bedeutete für sie ein Nein. |
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Mit unserem Wohnmobil konnten wir stehen wo wir wollten. Wohnmobilfahrern und Campern möchten wir Mut machen dieses Land zu bereisen. wenn man bereit ist, die teilweise grottenschlechten Straßen zu fahren. Die Straßen sind phasenweise eine Katastrophe: Querrillen, Spurrillen, bis zu 30 cm tiefe Schlaglöcher, fehlende Gullydeckel, teilweise bis zur Mitte weggebrochene Straßenränder, unterspülte Straßen und viele kleine und große Baustellen lassen die Fahrt zum Abenteuer werden.
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Wer Rumäniens Straßen schafft kann "fast alle Pisten dieser Welt" fahren. Man schafft tatsächlich zwischen 35 und 40 km in der Stunde.
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| Die Verkehrsteilnehmer sind auch nicht so Ohne!! Den rumänischen Fahrer muß man in zwei Kategorien einteilen. Den jungen Highsporn, der sicherlich irgendwann seine Organe spenden möchte und den alten Dacia-Fahrer, den man in keinster Weise einkalkulieren kann. Der hält auch ohne sichtbaren Grund vor einer Straßenbahn auf den Schienen an. Daneben die vielen Esel-, Pferde- und Ochsenkarren, frei herum laufende Gänse, Hühner, Kühe, Schafe und Ziegen und die vielen Menschen. Beim Fahren ist also Vorsicht geboten und man muß für sämtliche Verkehrsteilnehmer mitdenken. Nachts sind wir nie gefahren und können dieses auch nicht empehlen. |
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Dazwischen gab es aber immer wieder gute Straßenabschnitte, die fast westeuropäischen Standard haben. Als weiteren Nachteil haben wir die mangelnde Müllentsorgung empfunden. Die Rumänen sind ein lebenslustiges Volk, die am Wochenende in ihre Natur fahren, um zu zelten, zu grillen und zu piknicken.
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Leider vergessen sie fast alle ihren Müll mitzunehmen. Wer diese beiden Nachteile wegsteckt, sollte sich Rumänien als Reiseland aussuchen.
6.6.3. Rumänien 3
28.08.06
Nicht ganz okay, aber fahrtauglich, ging es heute mit Jürgen, unserem Deutz und Blacky und natürlich Petra über die serpentinenreiche Nationalstraße 7c weiter.
| Die Straße führt von Nord nach Süd direkt durch die Südkarpaten. Wir wollten über Cortea de Arges, Pitesti, Bukarest nach Varma Veche an die Schwarzmeerküste fahren. |
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Bei herrlichem Wetter und guter Sicht krabbelte unser Deutz ohne zu Murren die steile, spektakuläre Straße bis zum Tunnel auf 2500m Höhe empor. Immer wieder machten wir Rast, um die Aussicht zu genießen.
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Die Karpaten haben etwas Ursprüngliches und Wildes an sich. Reißende Bäche und Wasserfälle waren immer wieder lohnende Fotoobjekte.Dazwischen immer wieder Wiesen, die von Schafherden kurz gehalten werden. |
Am Tunnel angekommen, es war merklich kühler, erlebten wir eine Überraschung. Durchfahrtshöhe 3.60m, Fahrzeughöhe 3.50m, Tunnellänge 800m ohne Beleuchtung (so ein netter Dresdener Rentner)!!! "Hoffentlich haben die nicht eine neue Fahrbahndecke aufgetragen und vergessen das Schild auszuwechseln!" schoß es Jürgen durch den Kopf. Vorsichtig tastete sich Jürgen mit dem Fahrzeug heran, während Petra die Durchfahrtshöhe genau im Auge behielt. Es passte! Die Talfahrt war weniger interessant und von heftigen Regengüssen begleitet. Eine große Schafherde, beaufsichtigt von drei Hirten, behinderte aber unser zügige Weiterfahrt.
Das Finden eines Stellplatzes gestaltete sich etwas schwierig, weil wir uns in einem engeren Tal befanden, links und rechts standen Weinberge, wo eine Übernachtung nicht möglich war. In der Nähe von Gaesti wurden wir endlich am späten Abend fündig.
| Über eine kleine Flußbrücke, rechts runter von der Nationalstrasse, fanden wir an einem kleinen, idyllischen Flüsschen auf einer großen Wildwiese einen idealen Platz zum Übernachten. Nach dem Abendessen ging es zum gemütlichen Teil über, Flasche Rotein auf dem Tisch, sichteten wir unsere Fotos. Mittlerweile war es dunkel, stockdunkel. |
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Auf der gegenüberliegenden Flußseite bemerkten wir zwei Fahrzeuge, die seltsamer Weise zunächst ihre Scheinwerfer ausschalteten. Es tat sich nichts, absolute Ruhe und wir vermuteten ein Liebespärchen, die dort ihr Schäferstündchen abhalten. Wir waren uns ganz sicher, so muß es sein. Auf einmal ging das Licht von einen Fahrzeug an und im Scheinwerferlicht sahen wir vier Beine, konnten aber sonst nichts weiter erkennen. ein Fahrzeug bog links auf die Nationalstraße ab und verschwand in der Nacht. Das zweite Fahrzeug setzte sich ebenfalls in Gang, fuhr rechts auf die Nationalstraße, über die Brücke, um gleich wieder rechts auf "unserem" Feldweg weiterzufahren. Vor unserem Deutz auf einer Anhöhe machte es Halt und richtete die Scheinwerfer auf unser Fahrzeug. Vier Gestalten stiegen aus. Mittlerweile bemerkte Blacky die veränderte Situation, knurrte und bellte so bösartig, wie wir ihn noch nie erlebt haben. In solchen unklaren Situationen hat es sich Jürgen angeeignet, die Initiative zu ergreifen. Er nahm unsere Taschenlampe und ging mit Blacky auf die Gestalten zu. Blacky war immer noch außer Rand und Band. Nun hörte Jürgen deutliche Stimmen. Die Gestalten entpuppten sich als Polizisten, einer davon mit einer Maschnenpistole bewaffnet, die er sofort auf Blacky hielt. Es war unmißverständlich, Blacky mußte an die Leine. Petra kam zur Hilfe und anschließend wurde die Maschinenpistole danach auf Jürgen gehalten. Jetzt ging das Palaver erst richtig los, die Polizisten konnten weder deutsch noch englisch und Jürgen kein rumänisch. Was wollten die von uns ? Nur der Bach, Wiesen und Maisfelder, kein militärisches Sicherheitsgebiet, ein Polizist zeigte aber immer wieder in die linke Richtung. Jürgen fing an zu begreifen. Wir waren an einem für Rumänien "strategisch wichtigen Ort"! Eine Gasleitung überquerte den Bach und in Zeiten der Anschläge, glaubten sie wohl, wir wollten Rumänien in die Luft sprengen. Na ja, unser Fahrzeug sieht ja auch nicht so aus wie eine Wohnmobil, Jürgen war völlig in schwarz gekleidet, daß macht ihn auch nicht unschuldiger und dann noch der schwarze Hund! Jetzt, wo Jürgen glaubte, die Situation im Griff zu haben, wurde er selbstsicherer und lockte die Polizisten zum Wohnmobil. In seinem Kauderwelsch erklärte er: "Wohnmobil schlafen... schlafen..., Rumänien schönes Land, Touristen, meine Frau Petra, unser Hund Blacky", etc., etc. Die Situation entspannte sich zusehends und man verlangte die Dokumente, die Petra aus dem Rucksack im Wohnmobil holte. Doch siehe da, als sie die Treppe herunterkam, schaute sie in den Lauf der Maschinenpistole. Es war für Petra das erste Mal. Mit Hilfe unser Mag-lite sichteteten sie unsere Pässe und stellten nun plötzlich fest, daß wir Deutsche sind. Das Eis war gebrochen. Es wurde gelacht und gescherzt und zum Abschied gab es ein Bild von uns und einen Fußball für den "Polizeisportverein". Per Handschlag wurde sich verabschiedet und wir bekamen die Genehmigung an diesem "strategischem Ort" zu übernachten. Trotzdem hielten sich die Polizisten noch ca. 15 Minuten in unserer Nähe auf. Vermutlich wurden unsere Daten gecheckt und für okay befunden. Somit war die Aktion beendet und wir schliefen mit polizeilicher Genehmigung beruhigt ein.
6.7. Bulgarien
In Varma Veche, unserem letzten Ort in Rumänien, konnten wir schon die bulgarische Grenze riechen. Nach einigen Minuten Fahrzeit erreichten wir die Grenze. Zunächst mußten wir durch eine große Pfütze fahren, in der sich eine grau-braune Brühe befand. Dieses Fußbad für unseren Deutz kostete umgerechnet 5€?, angeblich eine Desinfektion für unser Fahrzeug. Anschließend waren 18€ Straßenbenutzungsgebühr fällig. Ansonsten war die Grenzkontrolle unkompliziert und wir konnten dort sogar per Karte Geld abheben.
Auf einer gut ausgebauten Straße erreichten wir gegen Abend Sozopol, eine 5000 Einwohner große Stadt, direkt am Schwarzen Meer und auf einer Felsenhalbinsel gelegen.
| Das kleine Örtchen beherbergt eine Fülle von attraktiven Häusern aus dem 19. Jahrhundert. Hier säumen Zypressen die mit Kopfsteinpflaster bedeckten Gassen, in der Sonne trocknen Fischernetze und unter den Dachsimsen die Fische. Es ist ein zaubehaftes Fischerdorf mit drei Stränden. |
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Das kleine Örtchen beherbergt eine Fülle von attraktiven Häusern aus dem 19. Jahrhundert. Hier säumen Zypressen die mit Kopfsteinpflaster bedeckten Gassen, in der Sonne trocknen Fischernetze und unter den Dachsimsen die Fische. Es ist ein zaubehaftes Fischerdorf mit drei Stränden.
In dem kleinen Fischerhafen fanden wir für zwei Nächte einen stadtnahen Stellplatz. Es macht Spaß durch diesen Ort zu bummeln und eines der vielen netten Restaurants aufzusuchen. Interessant sind auch die vielen, gut erhaltenen typischen Schwarzmeerhäuser, die unten aus Stein, meistens Bruchstein und oben aus Holz gebaut sind.
Erfreulicher Weise gibt es in Sozopol nicht die sonst üblichen Hotelkomplexe. Ein Stellplatzwechsel ließ sich leider nicht umgehen, denn es war wieder einmal Wäsche waschen angesagt. Kurz hinter Sozopol fanden wir einen, direkt am Wasser gelegenen Platz. Zwei weitere Tage verbrachten wir hier, wobei wir den ersten Tag sehr gut beschäftigt waren. Immer noch, um es auch nochmal zu erwähnen, hatten wir herrliches Wetter, Temperaturen zwischen 35 und 40 Grad. Bei diesen idealen Voraussetzungen gönnten wir uns sogar einen Strandtag.
Da unsere Straßengebühren - Vignette nur für 5 Tage Gültigkeit hatte, verließen wir Bulgarien. Es wurde noch für 0.95€/ Liter Diesel die Tanks gefüllt, denn in der Türkei sollte der Sprit angeblich 1.40€ kosten. Die anfänglich guten Straßen entpuppten sich nunmehr als das Schlechteste, was wir bis jetzt gefahren sind. Gnadenlos gaben die Blattfedern von unserem Deutz jedes Schlagloch an unser Kreuz weiter. Mit einem Bandscheibenvorfall läßt sich diese Strecke kaum bewältigen. Zur Kaffeezeit erreichten wir die Grenze Bulgarien - Türkei.
6.8. Türkei
6.8.1. Türkei 1 (bis Istanbul)
Willkommen bei Freunden!! So wirbt die Türkei im Deutschen Fernsehen für Touristen. Wir wollen das Land zwischen Orient und Oxident genießen, entdecken und erleben! Uns interessiert die großartige Kultur, die Menschen und die sprichwörtliche Herzlichkeit der Bewohner.
Zunächst mußten wir die Grenze passieren. Wir wurden etwas ernüchtert, weil die Grenzabfertigung umständlich, langwierig und für die Landesnachbarn, z.B. die Bulgaren ziemlich deprimierend ist. Bulgaren und Rumänen, die in Bussen vor uns standen, mußten die Busse verlassen, das gesamte Gepäck auf Bänke stellen und die Zöllner wühlten im Gepäck herum. Bei einem älteren Herrn fanden sie zwei Flaschen Palinka, die im Container entsorgt werden mußten. Uns interessiert schon, wer diese beiden Flaschen wieder aus dem Container holt. Nach einer Stunde und zwanzig Minuten hatten wir alle Stempel und freie Fahrt in die Türkei.
Schnell erreichten wir Kirklareli. Während wir Frauen unseren Einkauf tätigten, wurden die Wohnmobile von einer Schar Männer umzingelt. Sie redeten auf unsere Männer ein, aber niemand verstand etwas. Einer von den Türken organisierte Mehmet, 42 Jahre, lebt seit 35 Jahren in Hamburg, spricht perfekt Deutsch und war hier bei seiner Familie im Urlaub. Mehmet nahm das Geschehen in die Hand, "befahl" seinem Schwager mit seinem Motorrad uns einen herrlichen Übernachtungsplatz zu zeigen. Mehmet fuhr im Auto von unserem Freund Hans mit. Nach einigen Minuten erreichten wir eine herrlich gelegene und bewachte städtische Picnicarea, direkt an einem Stausee. Ein Superrestaurant, saubere Toiletten und Grillplätze, alles war vorhanden. Es wurde eine interessante und lange Nacht mit Mehmet, Schwager und seiner Frau mit ihrem dreijährigen Sohn.
Am nächsten Morgen weckte uns der Wachmann,in der Hand ein großes Sibertablett mit türkischem Tee, leckeren Weintrauben und Keksen. So viel Gastfreundschaft rührte uns sehr und uns war klar: Willkommen in der Türkei!!
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Das nächste Reiseziel war die 12 Millionen Stadt Istanbul, eine der schönsten, zugleich bevölkerungsreichsten Städte der Welt. Hier hatten wir zunächst mit dem Verkehrschaos zu kämpfen. Wer bremst verliert, Verkehrsregeln verlieren völlig ihre Gültigkeit und hier gilt das Recht des Stärkeren. Wer wie ein Deutscher fährt, kommt nie zu seinem Ziel. Die Hupe ist das wichtigste Utensil: je lauter desto besser!
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Nach einer kurzen Ehrenrunde erreichten wir am späten Nachmittag einen kleinen Campingplatz, der ca. 15 km vom Stadtkern entfernt liegt.
Schnell organisierten wir uns einen privaten Taxifahrer, Ali. Ali und sein Auto waren der Härtefall!!! Mit seinem 18 Jahre alten Renault Dacia fuhr er uns unter Aussetzung sämtlicher Verkehrsregeln jeden Tag in die City. Wir haben bislang schon einiges erlebt, aber die Taxifahrten (Taksi -türkisch) waren für Petra jeden Tag der größte Stress. Die beste Nummer kam immer auf der Heimfahrt, wenn Ali, um ein paar hundert Meter zu sparen, sich als Geisterfahrer betätigte. Zwei bis drei Autoreihen kamen uns entgegen, blinkten, hupten, aber Ali ließ sich nicht beirren und fuhr straight ahead immer auf dem rechten Streifen. Zum Schluß mußte er immer links abbiegen, um nicht die Einfahrt vom vom Campingplatz zu verpassen. Erleichtert stiegen wir jedes Mal aus.
Für Istanbul planten wir drei volle Tage ein, obwohl dem Besucher eine fast unüberschaubare Zahl von Museen, Moscheen, Palästen und anderen Sehenswürdigkeiten bietet.
Am ersten Tag stand auf unserem kulturellen Programm der Top Kapi Palast, den man auch alten Serail nennt. Er diente von 1462 bis 1839 etlichen Sultanen als Wohnstätte und wurde ständig um größere und kleinere Gebäude erweitert. Im 16. Jahrhundert sollen hier ca. 1200 Personen gearbeitet haben, die jeden Tag rund 5000 Personen, an Feiertagen bis zu 15000 verköstigten. Hier gibt es noch einen Harem, in dem damals die Frauen hinter einem goldenen Schleier gelebt haben. In der 4. Sure des Koran erlaubt Mohammed jedem Moslem bis zu vier Frauen. Männer, was für ein Leben!!!
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Hagia Sophia unser nächstes Ziel, wurde von Kaiser Konstantin 325 als Basilika errichtet. Er nannte sie Heilige Weisheit = Hagia Sophia. Sie ist eine Kuppelbasilika, deren Mittelschiff von Seitenschiffen flankiert wird. Das Gebäude ist über 100m lang, das Mittelschiff hat eine Breite von ca. 33m, die 55,60m hohe Hauptkuppel hat einen Durchmesser von 31m. 1453 als die Türken Konstantinopel eroberten, wurde aus der Hagia Sophia eine Moschee. Atatürk machte aus dem Moscheenkomplex ein Museum. |
Nach einer Schöpferpause besuchten wir die Sultan Ahmet Camii, auch Blaue Moschee genannt. Sie sollte das Gegenstück zu Hagia Sophia werden. Der Hauptraum der Moschee ist 64m mal 72m groß, wird von einer großen Kuppel von 23,50m Durchmesser und einer Scheitelhöhe von 43m überspannt. Sie wird von Strebepfeilern auf monumentalen Säulen mit 5m Durchmesser getragen. Durch 260 Fenster erscheint der Gebetsraum recht hell und in einem bläulichen Licht. Die Mosaiken, Ornamente, Holzschnitzereien, die Einlegearbeiten mit Perlmutt und Elfenbein an den Türen, Fensterläden und Predigerstuhl, sowie kunstvollen Steinmetzarbeiten in der Gebetsnische und an der Kanzel lassen die ganze Moschee zu einem beeindruckenden Kunstwerk werden.
Am zweiten Tag nahmen wir uns den Großen Basar und anschließend den Gewürzbasar vor. Die Ursprünge des Basars gehen auf einen alten Brotmarkt zurück. Der Große Basar umfasst heute eine Fläche von 200 000qm mit rund 5000 Läden, wo mehr als 20 000 Personen arbeiten. Von 500 000 Menschen wird der Basar täglich aufgesucht.Der Gewürzbasar, für uns interessanter als der Große Basar, bietet Unmengen an exotischen Gewürzen, Tees und Leckereien. Es riecht dort verführerisch und wir haben uns dort gut versorgt. Jügen war angetan von dem frischen Pfefferminztee, leider kauften wir hier von zu wenig ein.
Ein Bummel durch die Seitenstraßen und ein Abendessen in der Stadt beendete denTag.
Vor unser Abreise aus Deutschland gab uns unser Mitarbeiter Sahin Isler die Adresse von seinem Schawager Hasan, einem Starfriseur in Istanbul. Am heutigen Tag war also Kuaför - Besuch angesagt. Gott sei Dank waren die Schwestern von Herrn Isler auch in Istanbul anwesend, sodaß es mit der Verständigung keine Probleme gab. Während Jürgen bei Hasan eine Rundumerneuerung (Haarschnitt mit Massage, Pediküre und Maniküre) bekam, gingen wir Frauen zu Erkan, dem Damenfriseur. Hier wurde gewaschen, geschnitten, gesträhnt. Dank der Schwestern von Sahin Isler konnten wir mit neuen Köpfen und interessantem Gesprächstoff weiter auf Istanbuls Prachtstraße flanieren.
Als nächstes Ziel visierten wir den Galaturm und die Galatabrücke an. Die neue Galatabrücke verbindet seit 1992 die Stadtteile Eminönü und Karaköy. Die Doppelklappbrücke kann mit moderner Hydraulik in drei Minuten geöffnet werden, um Schiffe in das Goldene Horn einfahren zu lassen. Im Unterdeck gibt es zahlreiche Fischlokale und kleinere Geschäfte. Der Galataturm ist zu Ende des 5. Jahrhunderts als Wachturm gebaut worden, der jedoch 1261 zerstört wurde. Mitte des 14. Jahrhunderts errichtete man den Turm neu. Von dem 68 m hohen Turm hat man heute einen schönen, atemberaubenden Blick auf Istanbul. Im Turm gibt es ein Restaurant, mehrere Geschäfte und Cafes.
Einen Besuch auf dem Fischmarkt wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Für die 5km weite Fahrt dorthin heuerten wir ein gelbes Taksi an. 15 Türkische Lira vereinbarten wir als Festpreis. Als es ans Bezahlen ging wurde Jürgen so kackendreist und frech beschissen, wie noch nie in seinem Leben. Was war doch unser Ali für eine ehrliche Haut. Bevor Jürgen schnallte was passierte, war er um zusätzliche 15 € ärmer !!!
Am interssanten Fischmarkt hatte er somit keine Freude mehr, vielmehr ärgerte er sich ständig darüber, daß er nicht schnell genug reagierte und den Zündschlüssel vom Taksi abzog und in einen Gully schmiss. Auch zu einem Fischessen im Restaurant ließ er sich nur widerwillig überreden. Ein überzeugend wirkender Restaurantbesitzer machte uns ein lukratives Angebot für ein Fischessen. Uriges Lokal direkt am Wasser, mit herrlichem Blick und bei Vollmond, romantischer konnte es nicht sein!! Gebrandmarkt von dem Beschiss mit dem Taksifahrer, einigten wir uns mit dem Kellner auf die Preise. Z.B. eine Flasche Wein für 30YTL. Das Essen mit dem frischen Fisch und der Wein waren ausgesprochen gut!!! Bei der anschließenden Rechnung gab es wieder Diskussionen, Diskussionen...., denn der Wein wurde plötzlich mit 40YTL berechnet und Tax stand ebenfalls zum Bezahlen an. Zwischenzeitlich traf unsere treue Seele, der Taksifahrer Ali ein, der die Diskussion beendetete, indem er dem Kellner unmißverständlich klar machte, daß es keine Tax gibt und der Wein eben nur 30 YTL kostet. Wütend akzeptierte der Kellner die neue Situation, reduzierte die Rechnung. Jürgens alte Wut kam wieder hoch. Für heute Abend waren eben doch einige Türken Ganoven. Ali brachte uns mit seinem rasenden Taksi wie immer "sicher" und zuverlässig zum Campingplatz. Am Platz angekommen hieß es nun Abschied nehmen von Ali und seinem Taksi. Wir bedankten uns für seine Zuverlässigkeit, seine Hilfe und die vielen Informationen, die wir von ihm bekamen. Ali wird uns immer in positiver Erinnerung bleiben.
Nach dem wir am nächsten Tag Trinkwasser bunkerten, ging es über die Autobahn Richtung Ankara. Erstaunlich gut und schnell fuhren wir mit unseren Fahrzeugen durch Istanbul und erreichten nach kurzer Fahrzeit die Bosporosbrücke.
6.8.2. Türkei 2 (Schwarzmeerküste)
Welcome to Asia!
Wir waren zum ersten Mal in unserem Leben in Asien! Bevor wir aber nun weiter fahren konnten, mußten wir erst die Mautgebühr für die Bosposrubrücke bezahlen. Es war nicht so ganz einfach, denn bezahlen konnte man nur mit einer Kreditkarte der Betreibergesellschaft, die hatten wir natürlich nicht. Korrekt wie wir Deutschen nun sind, gingen wir ins Verwaltungsgebäude, bezahlten unsere 4TYL und bekamen einen handgeschriebenen Beleg.
| Verwundert rieben sich die Angestellten die Augen, denn während wir bezahlten, fuhr fast jedes dritte Auto ohne zu bezahlen durch die Mautstelle. Ständig heulte der Alarm auf, aber es interessierte niemanden. Auch die anwesende Polizei schaute gelangweilt weg. |
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Mit ruhigem Gewissen setzten wir unsere Fahrt auf der guten Autobahn bis Ismit fort, um dann auf der kurvenreichen und landschaftlich sehr schönen Straße Richtung Norden nach Keffken, unserem ersten, kleinen Ort an der Schwarzmeerküste zu fahren.Auf Anhieb fanden wir in Keffken einen idealen Stellplatz direkt an dem langen und breiten Sandstrand. Kaum angekommen, wurden wir per Handschlag von einem örtlichen Polizeibeamten begrüßt, der auch in den nächsten Tagen immer wieder unsere Sicherheit durch seine Anwesenheit bestätigte und erklärte uns, daß wir bei Problemen nur die Nummer 156 anrufen müßten.
| An dem herrlichen Strand lagen nicht nur die Menschen, sondern es sonnten sich dort auch ganz selbstverständlich die Kühe. Bedauerlicherweise wurde diese Idylle gestört. 5 Tage vor unserer Ankunft ertrank dort eine Frau und Rettungstaucher waren immer wieder im Einsatz, um sie zu suchen. |
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Wir erfuhren, dass es in dieser Saison das 10. Todesopfer an diesem Schwarzmeerabschnitt gab. Eine starke Unterströmung und Strudel werden oftmals ungeübten Schwimmern zum Verhängnis. Das Schwarze Meer flößte uns Respekt ein.
Am späten Nachmittag kündigte sich Besuch an. Susi und Manfred Wick stießen mit ihrem Unimog zu uns. So waren wir nun drei Fahrzeuge, eine Plastikschüssel, die sich bislang tapfer hielt und zwei richtige Wohnmobile.
Weiter ging es Richtung Osten durch ein wunderschönes Haselnussanbaugebiet. Wir fuhren durch die abgelegensten Dörfer, wo die Menschen in aller Bescheidenheit leben. Eng, kurvenreich und sehr schlecht waren die Straßen, hohe Konzentration war gefordert, aber die Mühe wurde durch eine traumhafte Landschaft belohnt. Auch hier winkten uns die Leute zu, gaben uns immer wieder Weghinweise auf deutsch oder türkisch. An diesem Tag schafften wir nicht viele Kilometer, unser erklärtes Ziel Amasra erreichten wir somit erst am nächsten Tag.
| Das malerische Hafenstädtchen Amasra erreichten wir am Nachmittag. Der 7200 Einwohner zählende Ort hat gute Sandstrände und Badestellen und mittlerweile einen Namen als Ausflugsort. Der Ort lebt recht gut vom Fremdenverkehr. |
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Einen guten Stellplatz findet man recht schnell: Bevor man in den Ort hineinkommt, fährt man nicht rechts in den Ort, sondern links, gleich auf den bewachten Parkplatz (4 TYL), der direkt am Wasser liegt. Man hat von hier einen herrlichen Blick und ist in wenigen Gehminuten in der City. Abends bekamen wir zu unserer Überraschung Besuch von Delphinen, die uns ihre Kunststücke vorführten. Es lohnt sich wirklich ein bis zwei Tage in disem hübschen Amasra zu bleiben.
Weiter ging es immer in Richtung Osten. Die Küstenstraße schlängelt sich kurvenreich durch die atemberaubende Gebirgslandschaft am Schwarzen Meer.
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In Kapusuyu Köju, einem 50 Seelen Dorf, wollten wir eigendlich nur unsere Mittagsrast machen. Um dieses kleine Örtchen zu erreichen muß man die Küstenstraße Richtung Norden auf einer ca. 100m langen Straße verlassen. |
Am Ende dieser Straße befindet sich das Örtchen mit einer Promenade und einem ca. 1 km langen und 80 m breiten Sandstrand. Mani unser Rallyefahrer fuhr mit seinem Unimog direkt an den Sandstrand und blieb prompt, zur Belustigung der anwesenden Männer, stecken. Ausgerüstet mit Zaunlatten und irgendwelchen Brettern wollten sie Manfrd aus seiner misslichen Lage befreien und boten ihre Hilfe an. Nachdem wir etwas Luft aus den Reifen ließen, kam der Unimog aus eigener Kraft frei.
Auf Anhieb gefiel uns dieses Plätzchen so gut, dass wir dort vier Tage verbrachten. Eine Welle der Herzlichkeit schlug uns entgegen. Gerade angekommen, kam Mustafa mit hausgemachtem Fischtopf und Weissbrot. Er hieß uns in gutem Englisch "Herzlich Willkommen".
| An diesem Tag blieb Mustafa lange bei uns und erzählte viel über sein Dorf und sein Leben. Gegen Abend lernten wir Mehmet, den Bruder von Mustafa, Bootsbauer und Büfebesitzer, kennen. In gebrochenem Deutsch konnte sich Mehmet mit uns verständlich machen und sprach eine Einladung zur Besichtigung seiner Schiffswerft aus, die wir natürlich gerne annahmen. |
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Stolz zeigte uns Mehmet die im Bau befindlichen Schiffe. Alle Schiffe werden mit einfachsten Maschinen aus Holz gefertigt. Kastanienholz findet hier in dem Schiffsbau Verwendung. Das gesamte Holz kommt aus der Schwarzmeerregion. Wir sind beeindruckt von dieser Handwerkskunst und den niedrigen Preisen der Schiffe. |
Am Abend verwöhnte uns Mehmet mit frisch gefangenem Fisch, den er selbst in der Pfanne zubereitete. Zwischen uns und den beiden Brüdern entwickelte sich so etwas wie eine Freundschaft, auch die sympathische Frau von Mehmet lernten wir an einem der geselligen Abenden kennen. Auch die anderen Dorfbewohner grüßten immer wieder freundlich und kamen gelegentlich vorbei. Der Abschied fiel uns dementsprechend schwer.
Für Wohnmobilfahrer ist noch zu sagen, dass sich in diesem kleinen Örtchen sogar ein Lebensmittelladen befindet, in dem man erstaunlicher Weise alles bekommt. Sollte man etwas nicht bekommen, so besorgen es Mustafa oder Mehmet. Ein Besuch in diesem Ort ist ein absolutes Muß!!!
Auch ein Abstecher in den kleinen Ort Özlüce, kurz vor Inebolu, wo wir am nächten Tag übernachteten, lohnt sich wirklich. Immer wieder begegneten uns auch hier Menschen, die in Deutschland arbeiteten und dementsprechend über Deutschkenntnisse verfügten und diese natürlich auch versuchten anzuwenden. Zu unserer Überraschung schenkten uns Kinder von Fischern jede Menge Gemüse und Haselnüsse und wir revanchierten uns mit kleinen Gastgeschenken.
Unser nächstes Etappenziel war nun Sinop, eine 30 000 Nüfus (Einwohner) Provinzhauptstadt, die am nördlichsten Punkt der Schwarzmeerküste eindrucksvoll auf der großen Halbinsel Boztepe liegt. Diese Stadt mit ihren Einkaufsmöglichkeiten bot sich an unsere Vorräte wieder aufzufüllen. Hier in Sinop fand nun die Trennung von unseren Amifreunden Hans und Barbie statt. Aus diesem Anlass luden sie uns zu einem Fischessen in einem der zahlreichen Restaurants am Hafen ein. Hans und Barbie wollen nun in den Süden der Türkei fahren, um endlich "richtig Urlaub zu machen". Ein weiterer Grund ist aber auch, daß auf Grund der schlechten Straßenverhältnisse Hans mittlerweile jeden Abend an seinem WoMo schrauben mußte. Wir mit unseren LKW`s sind da eindeutig im Vorteil.
Ein junger Polizist führte uns mit seinem Polizeiwagen zu einer Picnicarea, wo wir die nächste Nacht verbrachten. So überzeugend war dieser Platz aber nicht, denn bedauerlicher Weise war auch dieser vermüllt, wie auch viele schöne Plätze an der Schwarzmeerküste. Wir wechselten innerhalb des Ortes somit das Lager. Westlich von Sinop liegt ein stillgelegter Militärflughafen. An diesem Flughafen vorbei, nach ca. 12 km weiter findet man die hervorragende Picnicarea Akliman, wo auch das Campen erlaubt ist. Der Platz liegt in einer kleinen Bucht in umittelbarer Nähe eines kleinen Fischerhafen, in dem unzählige kleine Fischerboote stationiert sind. Es ist interessant dem Treiben der Fischer zuzuschauen. Auf diesen kleinen Booten leben und arbeiten die Fischer. Dieser Platz verfügt auch über ein sehr ansprechendes Restaurant mit Blick auf Sinop und das Schwarze Meer. Besonders abends ist dieses natürlich sehr imposant. Für WoMo-Fahrer ist dieser Platz bestens geeignet. In 15 Minuten ist man mit dem Fahrzeug in der Stadt und kann direkt am Hafen, neben dem Gefängnis, erkennbar an der alten Mauer und dem Wachturm, auf einem großen Platz parken. Von hier aus kann man die Stadt gut erkunden.
Die Strecke von Sinop über Samsun nach Trabzon überraschte uns mit Autobahn ähnlichen Straßen, sodaß Tagesleistungen von 350km stressfrei gefahren werden konnten. Landschaftlich sicherlich auch nicht uninteressant, rechte Hand die hohen, bewaldeten Berge, linke Hand das Wasser, aber es ist fast wie im Ruhrgebiet, kleinere und größere Städte sind wie auf einer Perlenschnur aufgezogen. Viel Industrie und viele Baustellen nehmen den Urlaubscharakter.
Trabzon erreichten wir abends am 22.09.06. Hier endete unsere Fahrt an der Schwarzmeerküste.
| Fazit: Für die, die auch die Schwarzmeerküste abfahren wollen, lohnt es sich betreff der Sehenswürdigkeiten wirklich nur bis nach Sinop zu fahren, die restliche Küste bietet nichts Spektukuläres und Sehenswertes. |
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6.8.3. Türkei 3 (Ost-Türkei)
Mittlerweile haben wir den 05.10.06 und wir befinden uns in Göreme / Kappadokien auf dem Kaya Campingplatz. Wir genießen die warme Sonne, den herrlichen Blick auf das Tuffsteingebirge und den Komfort, den dieser Platz zu bieten hat. Unsere Reise durch Ost- und Südost - Anatolien liegt nun hinter uns.
Das Schwarzmeergebiet haben wir in Trabzon Richtung Süden nach Macka verlassen. Unbedingt wollten wir das Kloster Sumela besuchen. Es liegt hoch über dem Tal des Altindere (Goldbach) an einer senkrecht abfallenden Steilwand.
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Die Außenfassade ist heute noch sehr beeindruckend und gut erhalten, obwohl das Kloster im vierten oder fünften Jahrhundert hier errichtet wurde. Erst 1923 wurde das Kloster aufgegeben, als christliche Griechen ausgebürgert wurden. |
Tip für WoMo - Fahrer: In dem Ort Macka folgt man dem Hinweisschild zum Kloster; nach ca. 16 km serpentinenreicher Fahrt erreicht man ein hübsch gelegenes Restaurant, welches an einem Wildbach liegt. Übernachten ist dort möglich, Wasser kann bebunkert und der Fäkalientank entleert werden.
Das Kloster ist gut zu Fuß über die nun folgende gebührenpflichtige Straße in ca. 45 - 60 Minuten zu erreichen.
In Macka trafen wir unseren guten Bekannten Burkhard und Sabine, die mit ihrer lila Pistenkuh auf dem Weg nach Indien und Nepal sind. Einige Tage wollten wir zusammen bleiben.
Durch spektakuläre Landschaften fuhren wir über Gmüshane, Bayburt nach Erzurum. Zunächst stieg die Straße kontinuierlich auf 2000m an. Bei einer Außentemperatur von fast 40 Grad stieg die Zylindertemperatur im Deutz bis 140/150 Grad an. Fasziniert waren wir von den hohen Bergen, Schluchten und Canyons. Fortan bewegten wir uns im anatolischen Hochland zwischen 1600 und 1800m. Die sehr konservative Stadt Erzurum erreichten wir gegen Abend. Unsere Uhr hatten wir schon längst um eine Stunde vorgestellt und in diesem Eckchen der Erde wird es ohnehin eher dunkel als in Deutschland.
Eine langwierige Suche nach einem idealen Stellplatz blieb daher aus und wir übernachteten auf einem riesigen freien Feld, welches mit einer Staubschicht überzogen war. Es war nicht der idealste Platz, aber wir machten das Beste daraus. Wir stellten unsere Fahrzeuge zu einer Wagenburg auf und auf unseren "Marktplatz" kamen unsere Tische und Stühle. Wir wollten natürlich draußen im Freien Abendbrot essen. Während sich die Fahrer ausruhten, deckten die Frauen die Tische. Als das Essen fertig war, fiel wie der Blitz aus heiterem Himmel ein Staubsturm über uns her. In Windeseile wurde alles in Sicherheit gebracht und das Abendbrot in unserem Deutz eingenommen. Eine knappe Stunde rüttelte der Sturm an unseren Autos. So plötzlich wie er kam, verschwand er auch wieder. Früh gingen wir an diesem Abend zu Bett und erlebten am nächsten Morgen eine böse Überraschung. Über Nacht hatte es geregnet und aus dem Staub wurde Schlamm. Unser Hund sah aus!!! Nachdem wir ihn einigermaßen reinigten, setzten wir unsere Fahrt fort. Unser erklärtes Ziel war der Ort Dogubayazit, der am Fuße des 5165m hohen, schneebedeckten Ararat liegt. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist der Sultanspalast Isak Pasa, diese wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Zunächst ging es wieder rauf und runter mit der Straße, einmal war es der Sac Gecidi Pass mit 2315m Höhe und der Ipec Gecidi Pass mit 2040 m Höhe.
Die Polizei- und Militärkontrollen nahmen merklich zu. Die Polizisten und das Militär waren mit Maschinenpistolen und Schnellfeuergewehren ausgerüstet. Leichte Kampffahrzeuge und zusätzlich Soldaten hinter Sandsäcken verschanzt, rundeten das Bild ab. Wir mußten zwar jedesmal bei den Kontrollposten anhalten, wurden aber nie kontrolliert. Sowohl die Soldaten als auch die Polizei waren ausgesprochen freundlich. Aus reiner Neugierde wollten sie mmer wieder wissen, aus welchem Land wir kommen. "Allemagne!" war unsere Antwort. "Oh, Allemagne", erwiderten die Beamten, aber auch oft die Einheimischen. Deutschland steht hier hoch im Kurs und erleichtert hier das Reisen.
Die Armut der Menschen nahm, je weiter wir in den Osten kamen, erheblich zu. Wir sahen erbärmliche Dörfer und schwer arbeitende Frauen, Kinder, die sich ihr Geld als Hirten verdienten und viele Männer, die dem Müßiggang nachgingen. Zur Zeit waren die Menschen mit dem Einsammeln. Trocknen und Aufstapeln der Kuhfladen beschäftigt, um im Winter Heizmaterial zu besitzen. Ein mühseliges Unterfangen!! Immer wieder bieten die Bauern an der Straße ihre eigenen Produkte an. Unser Bedarf an Gemüse, Obst, Nüssen, Honig und Marmelade konnten wir hier decken. Wenn wir mit unseren 2 - 3 Fahrzeugen anhielten, konnten wir die Freude der Bauern spüren.
Dogubayazit erreichten wir am späten Nachmittag. Wir hatten Glück, denn der Ararat war nicht wolkenverhangen und mit dem Berg als Hintergrund konnten wir unsere drei Fahrzeuge fotografieren. Unterhalb des Isac Palastes gibt es einen kleinen Zeltplatz, ein Restaurant mit einem größeren Parkplatz, auf dem unsere Fahrzeuge Platz fanden. Die Genehmigung des Besitzers war schnell eingeholt, man einigte sich auf drei TYL pro Nacht.
An unserem Ankunftstag sahen wir am Abend einen hellen Feuerschein Richtung iranischer Grenze. Sofort waren 60 bis 70 Prozent des Ortes ohne Strom, auch in unserem Restaurant aßen die Leute bei Kerzenschein weiter. Minuten später hörten wir aus der naheliegenden Kaserne das Dröhnen der Panzermotoren. In der Ferne fielen Schüsse. Nach einer knappen Stunde war der ganze Spuk vorbei. Natürlich fingen wir an zu spekulieren, konnten aber keine plausible Erklärung finden.
Die 38 000 Einwohner große Grenzstadt Dogubayazit liegt 1950 m hoch in einer weiten Ebene des Ararat Hochlandes. Die Stadt wurde erst nach dem ersten Weltkrieg gegründet und erlangte als Verkehrsknotenpunkt im Grenzraum zum Iran Bedeutung. Einen Entwicklungsschub verdankt Dogubayazit dem Tourismus, der vom nahen Ararat und Isac Palast angezogen wird. Auch die Globetrotter, die zum oder vom Iran kommen, machen hier Station. Es gibt hier gute Versorgungsmöglichkeiten, aber ansonsten hat der Ort nicht allzuviel zu bieten. Auffällig ist die überproportional starke Polizei- und Militärpräsenz und Kasernenanlagen, in denen diese eben erwähnten Panzer stationiert sind.
Der Ararat wird als Berg der Legenden betitelt. Eine alte Hirtenlegende erzählt, das im Sommer, wenn die Gletscher etwas abschmelzen, Teile des Schiffsbugs der Arche Noah vom Eis freigegeben würden. Von wissenschaftlicher Seite wird bezweifelt, daß der Ararat in der Türkei mit dem biblischen Berg identisch sein könnte, da man eine Flutwelle von solcher Höhe für mehr als unwahrscheinlich hält.
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Wie dem auch sei, wir waren von diesem Klotz beeindruckt.Den Berg erklimmen kann man nur mit geführten Touren. Alleingänge sind auf Grund der vielen Unfälle, aber auch Überfälle, verboten. Unser Restaurantbesitzer ist ein bekannter Araratguide. |
Die nächste Attraktion, der Isac Pasa Sarayi Palast liegt 2000m über dem Meeresspiegel. Die Lage des Palastes ist einmalig. Die gesamte Anlage stammt aus dem 18. Jahrhundert. Vom Palast kann man hervorragend in das riesige Tal und auf Dogubayazit schauen. Früher wurde hier der Karawanenverkehr auf der Seidenstraße, die unterhalb verlief, kontrolliert und Wegegelder eingezogen. Eine sehr interessante Gegend, in der wir am zweiten Tag zwei nette, aber schwer bewaffnete Polizisten kennen lernten. 30 m von unserem Stellplatz entfernt, tritt aus dem Berg hervorragendes Quellwasser heraus. Wir wunderten uns schon über die vielen Menschen, die mit Kleinbussen, Taxis und PKW`s, ausgerüstet mit Kanistern, das Wasser abfüllten. "Sehr gesundes Wasser", so wurden wir aufgeklärt. Auch die Polizisten kamen mit ihrem Landrover, füllten ihre Kanister, sahen uns und begrüßten uns mit "Merhaba". In einem Durcheinander von Zeichensprache, etwas Englisch und mit dem einen oder anderen türkischem Wort entstand so etwas wie Konservation. Von dem gestrigen Vorfall entlockten wir den Polizisten aber kein Wort. Ihre Handbewegung war sehr deutlich. Kein Kommentar!! Nach etwa einer halben Stunde verließen sie uns, wobei auffiel, daß der Ältere von den Beiden, offensichtlich der Chef, wie John Wayne ging.
Den Ort wollten wir uns natürlich auch nicht entgehen lassen und gingen am nächsten Tag zu Fuß ins Städtchen. Wir kamen an der Kaserne vorbei und sahen, daß türkische Soldaten die Panzer putzten und reparierten. Wie es der Teufel will, trafen wir John Wayne und seinen Kumpel wieder, heute aber in Zivil.
Große Begrüßung, Palaver, Palaver. "Wo ist die Post?" wollte Petra wissen. John Wayne und Co. machten sich sofort auf den Weg und mit ihrer Hilfe war die Post in wenigen Minuten gefunden. Natürlich Mittagspause. Aber wozu hat man Polizisten als Freunde. Der ruhende Postbeamte wurde von John Wayne geweckt und unsere Briefe bekamen den nötigen Stempel. Es folgte eine kurze Verabschiedung mit einer abendlichen Einladung unsererseits zum Tee trinken. Manni, neugierig wie er ist, glotzte in jede Ecke und fand ein uriges Lokal zum Mittagessen. Kaputt vom Bummeln und Einkaufen fuhren wir für 10 TYL mit sechs Fahrgästen in einem Renault zu unserem Stellplatz.
Wie verabredet kamen unsere Polizisten. Nicht zu zweit, nein zu viert in einem gepanzerten Fahrzeug mit aufgebautem Maschinengewehr. Unsere "Freunde" hatten Nachtdienst und wie versprochen wollten sie mit uns Tee trinken. Es war eine sehr ausgelassene und fröhliche Stimmung, bedrückend war nur die schwere Bewaffnung. Alle Polizisten trugen Kampfanzüge mit Schußwesten, über der Brust kreuzten sich breite Patronengurte und zusätzlich drei gefüllte Magazine für ihre Schnellfeuergewehre. Bei diesem Anblick wurde uns klar, daß wir uns in einem Krisengebiet befinden. Jeden Tag passiert hier irgendwo Irgendwas. Mal mehr und mal weniger, nicht lohnenswert für die westlichen Medien, auch wenn Menschen verletzt werden oder sterben.An diesem Abend erfuhren wir einiges Privates von den Polizisten, woher sie kommen, wie sie heißen und wieviel Kinder sie haben und das sie in dieser Gegend für einige Monate Dienst verpflichtet sind. Ein Eintrag in unser Gästebuch war nun die letzte Aktion, bevor sie sich von uns mit einer herzlichen Umarmung verabschiedeten. Wir haben die Jungs in unser Herz geschlossen und hoffen, daß ihnen nichts passiert.
| In Dogubayazit fand Juergen einen kleinen Freund. Mehmet heißt er, 13 Jahre alt und von Beruf Kuhhirte. Jeden Morgen und jeden Abend kam er mit seinen Kuehen an unseren Fahrzeugen vorbei. Ein netter Junge, immer gutgelaunt, immer ein Lied auf den Lippen und gar nicht aufdringlich. |
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So gegen 18 Uhr konnten wir Mehmet zwar noch nicht sehen, aber seinen Gesang hoeren. Sobald er uns sah, winkte er aus den Bergen und rief immer laut: "Hallo!". Für ein "Plaeuschchen" hatte er immer einige Minuten Zeit. Mehmet wurde zunehmend zutraulicher und eines Abends aß er sogar mit uns zu Abend. Natuerlich bekam er von Jürgen das eine oder andere Geschenk. Mal war es eine Muetze, dann ein paar Socken und natuerlich immer etwas Sueßes. Mehmets Augen strahlten vor Dankbarkeit. Obwohl in der Tuerkei eine achtjaehrige Schulpflicht besteht, gehen viele Kinder nicht zur Schule, sondern werden von ihren Eltern zur Arbeit geschickt. Sie verdienen sich ihr Geld als Hirten, Straßenverkaeufer oder Schuhputzer. Gebettelt haben sie selten. Auch Mehmet hat nie die Schule besucht, er konnte seinen Namen nur mühsam abschreiben und war stolz als er ihn in unser Gaestebuch eintragen durfte. Diesem aufgeweckten Kerlchen wuenschen wir alle eine gute Zukunft. Vielleicht klappt es ja, denn es wird in Anatolien eine total neue Infrastruktur aufgebaut. Straßen, Elektrizitaet und Wasser für eine Grundversorgung sind auf dem Vormarsch. Viele Häuser werden mit neuen Blechdaechern versehen. Sei die Hütte noch so armselig, aber fast jede hat eine Satelitenschuessel. Die Bewaesserungssysteme machen Sinn, weil die Bauern diesen kargen Boden Fruechte, Getreide und Obst,etc. abgewinnen koennen. Offensichtlich will die türkische Regierung etwas Ruhe in diese Region bringen.
Am Tag unserer Abreise wurden in einem Supermarkt die notwendigen Lebensmittel eingekauft. An der Kasse lernte Petra einen gut deutschsprechenden, tuerkischen Soldaten in Zivil kennen. Er verriet Petra, daß der Feuerball an unserem ersten Abend in Dogubayazit die Explosion einer Gasleitung an der iranischen Grenze war. Ob da nun einer zuendelte oder es tatsaechlich ein Unfall war, blieb sein Geheimnis.
Unsere naechste Etappe führte uns Richtung Vansee, der auf einer Hoehe von 1720m eingebettet in der kahlen, ostanatolischen Bergwelt liegt. Das ihn umgebende Land war einst reich bewaldet, doch wurden die Bestaende in den 40er und 50er Jahrn vollstaendig abgeholzt. Der Vansee ist siebenmal so groß wie der Bodensee und wird deshalb auch als Deniz (Meer) bezeichnet. Das Wasser des Sees ist stark natriumkarbonadhaltig und fuehlt sich leicht seifig an.
Zunaechst führte uns die Strecke über einige Kilometer direkt an der iranischen Grenze entlang und mit 2644m war der Tenduerek Gecic Pass unser hoechster Pass. Die Militaerkontrollen wurden noch haeufiger, ca. alle zehn Kilometer war ein Stop. Aber auch hier mußten wir nie unsere Paesse zeigen und konnten ruckzuck weiterfahren. Da die Straße auf der Ostseite des Sees in einem guten Zustand war, erreichten wir schnell die Riesenstadt Van. Unmittelbar hinter der Stadt fanden wir einen kleinen, schmuddeligen Uebernachtungsplatz. Freundlich wurden wir von einer dort stehenden franzoesischen Familie begrueßt. Sie waren mit eine Renault Militaer LKW unterwegs nach Indien, Birma und ueber Russland wollten sie zurueck in den Westen. Es stellte sich schnell heraus, daß sie ein Restaurant in Lion besitzen. Franzosen sind ja als Feinschmecker bekannt und so waren wir nicht verwundert, daß sie reichlich Champagner an Bord hatten. Das Zeug mußte natuerlich weg, denn das Einfuehren von Alkohol ist in den Iran strengstens verboten. Nur "widerwillig" halfen wir mit den Champagner zu vernichten und weil wir uns so tapfer schlugen, gab es zum Abschied natuerlich eine Flasche Champagner mit auf den Weg.
Am naechsten Tag fuhren wir nur sehr wenige Kilometer. Wir hatten verabredet, vormittags 2,5 bis 3 Stunden zu fahren, um dann ein Mittagspaeuschen einzulegen. Als die Zeit rum war, sichtete Juergen einen Feldweg, der durch eine leicht huegelige Landschaft zu einem Dorf fuehrte. Wir fuhren die Dorfstraße entlang und fanden einen idyllischen Platz am Vansee.
| Wir waren an einer kleinen Schiffswerft gelandet. An einem verrosteten 10m Schiff waren drei Arbeiter am Werkeln. Sie hießen uns "Willkommen" und natuerlich konnten wir dort stehen bleiben. Der Platz gefiel uns so gut und da wir nicht auf der Flucht waren, beschlossen wir hier die Nacht zu verbringen. Schnell war der Kontakt zu einigen Erwachsenen und Kindern hergestellt. |
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Wir haben einen Karton voll Lederbaelle an Bord , die wir anlaesslich der Fußballweltmeisterschaft vom Deutschen Fussballbund gesponsert bekamen. Kleine Dorfschulen in Anatolien sollen davon partizipieren. Die Schule dieses netten Dorfes Resadiye war wie geschaffen dafuer. Im Dorfladen wurde Wasser gekauft und ein aelterer Türke sprach uns im sauberen Deutsch an. Er begleitete uns zur Dorfschule, sprach mit den Lehrern, die alle Kinder auf den Schulhof holten.
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Da war natuerlich was los!! Die Kinder waren außer Rand und Band. Zwei nette deutsche Ehepaare, diese verrueckten Autos und nun diese Pause. Gespannt folgten sie Juergens Worte, die von dem deutschsprechenden Tuerken uebersetzt wurden. Um die Kinder nicht so lange zappeln zu lassen, wurde der Ball schnell den Lehrern uebergeben.
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Die Freude war riesig!!Viele gute Worte und Glueckwuensche von ihnen sollen uns auf unserer Reise begleiten.
Auf guten Straßen ging es westwärts durch grandiose, spektakulaere Landschaften. Wir konnten uns an den Canyons, Schluchten, hohen Bergen, weiten Ebenen, kleinen Fluessen und teilweise lieblichen Landschaften nicht satt sehen. Unsere Route führte uns ueber Mus und Bingoel Richtung Elazig. An einem Stausee fanden wir einen Uebernachtungsplatz. Um den Platz zu erreichen mußten wir auf den Boden liegende Kunststoffrohre, die zur Bewaesserung dienen, kreuzen. Wir stoppten. Ein Bauer bekam dieses mit, eilte sofort zu uns und trennte gegen unseren Willen die Rohre. Er bestand darauf, dass wir an den See fahren, um dort uebernachten zu koennen. Den Wunsch konnten wir ihm natuerlich nicht abschlagen. Am naechsten Morgen kam er mit ca. 3,5kg frisch gepflueckten Paprika und Tomaten als Geschenk. Wir waren sprachlos und wollten die Fruechte bezahlen. Nix zu machen!! Wir bedankten uns und zum Abschied winkte er uns ueberschwaenglich nach. Beim Wegfahren das gleiche Spiel, der Bauer trennte die Rohre und wir revanchierten uns nun mit einem Pfund Kaffee.
Wir befanden uns kurz vor Elazig an dem gewaltigen Keban-Stausee, mit dessen Wasser die Felder der Region bewaessert werden. So wird das Land intensiv mit dem Anbau von Getreide, Zuckerrueben und Trauben genutzt. Es gibt eine gute Textil- und Nahrungsmittelindustrie. Im Verhaeltnis zu Ost-Anatolien befinden wir uns nun in einer wohlhabeneren Gegend. Elazig, die Provinzhauptstadt, macht einen sauberen und gepflegten Eindruck. Viel Gruen, Baeume und Blumen saeumen die Straße. Wir nutzten die Stadt, um unsere Fahrzeuge zu betanken und als Service bekamen unsere LKW`s eine kostenlose Waesche.
Ueber Malatya fuhren wir in das kleine Oertchen Darende. Einen kleinen Zwischenstopp nutzten wir um Brot und weitere Kleinigkeiten zu kaufen. Ca. 20 km nach diesem Ort fanden wir abseits der Straße, mitten in den Bergen einen Stellplatz fuer die Nacht. In der Ferne tobte ein heftiges Gewitter. Interessant war es die Blitze zu beobachten. Ueber uns war ein klarer Sternenhimmel, den wir bei offener Luke in unserem Fahrzeug beobachten konnten.
So langsam mußten wir von Sued-Ost-Anatolien Abschied nehmen, denn nun fuhren wir nach Goereme, Kappadokien in Inneranatolien.
6.8.4. Türkei 4
Inneranatolien/ Kappadokien (06.10.06)
Unsere Mitreisenden Bekannten Susi und Manfred kannten in Göreme einen hervorragend ausgestatteten Campingplatz mit Waschmaschine, warmen Duschen, europäischen Toiletten, einem Swimmingpool, schattigen Stellplätzen - und das noch mitten in der Tufflandschaft von Kappadokien.
10€ mußten wir für den Kaya - Campingplatz pro Nacht/ pro Fahrzeug bezahlen. Ein durchaus angemessener Preis.
| Direkt vom Campingplatz konnten wir in die einzigartige Tufflandschaft wandern. Die Vorraussetzung für die Entstehung dieser eigenartigen Landschaft war eine mächtige Tuffschicht, die sich aus dem Auswurf der ehemaligen tätigen Vulkane bildete. |
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Das Tuffmaterial ist porös und sehr weich und somit konnten es die Bewohner leicht bearbeiten. In späteren Jahren versteckten sich hier die verfolgten Christen. Auch während der Arabereinfälle vom 7. bis 9. Jahrhundert gaben die Höhlen eine Schutzfunktion ab. |
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In dieser Zeit wurden zahlreiche Klöster, Kirchen und Wohnungen in den Tufffelsen angelegt. Viele Felskirchen sind heute noch gut erhalten. Eine sehr beeindruckende Gegend, die an eine Mondlandschaft erinnert. |
Fasziniert waren wir von den Sonnen untergängen, da die Landschaft in einem sanften Ockergelb erschien und in ein warmes Licht getaucht wird.
| Frühmorgens wurden wir durch lautes Fauchen geweckt. Bis zu 25 Ballone, die Körbe vollgepropft mit Touristen, befanden sich am Himmel und fuhren teilweise ganz dicht über den Boden und in die engen Canyons und Schluchten der Tufflandschaft hinein. Es ergaben sich für alle Parteien tolle Fotomotive. |
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Nach ca. 45-60 Minuten landeten die Ballone, um am nächsten Tag wieder zu diesem Schauspiel zu starten.
Den Komfort des Campingplatzes nutzten wir aus, es war Wäsche waschen und Großputz im Auto angesagt. Der Staub und der Teer von Anatoliens Straßen und Pisten mußte endlich mal entfernt werden. Man glaubt es ja nicht, aber die Jungs in der Türkei teeren die Straßen und scheuchen die Fahrzeuge anschließend über den frischen Teer. Es gibt also keine Ausweichmöglichkeit, man muß dadurch und das einige Kilometer. Entsprechend versaut sind noch heute unsere Autos. Mit Bremsenreiniger entfernten wir das Nötigste vom Fahrzeug. Ohne uns persönlich einzusauen können wir nun die Türen und Klappen wieder öffnen. In Deutschland wartet dementsprechend noch eine Menge Arbeit auf uns. Die Türken streichen nach solchen Teerfahrten ihre Autos mit Diesel ein, anschließend wird mit einem Hochdruckreiniger der ganze Mist entfernt. Wir hoffen, diese Maßnahme hilft auch uns.
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An unserem Abreisetag unternahmen wir eine Sightseeing-Tour durch den Nationalpark, die uns u.a. in die Töpferstadt Avanos führte. Auf Anhieb fanden wir einen stadtnahen Parkplatz. Am Ende der Atatürk-Straße befinden sich hier zahlreiche Töpferwerkstätten. Sicherlich waren die Töpferarbeiten sehr kunstvoll, trafen aber nicht unbedingt unseren Geschmack. Zuviel kitschige Motive und zu orientalisch. |
Nach einer Mittagspause setzten wir unsere Reise fort, es ging Richtung Süden zur Mittelmeerküste.
6.8.5. Türkei 5 (Mittelmeerküste)
Nach einer Mittagspause ging es Richtung Süden nach Tarsus. Die Fahrt führte uns zunächst durch karges und trocknes Gelände. Die Felder sind voller Steine, karge Berge und wenig Besiedelung. Die Dörfer machten einen armseligen Eindruck und die Bauern müssen hier schwer ackern, um den trocknen, felsigen Feldern etwas Gemüse oder Obst abzuringen. Nach ca. 3 Stunden Fahrt erreichten wir unseren Übernachtungsplatz. Wir standen etwas erhöht auf einem Feld mit einem Blick in das weite, große Tal und auf die in er Dunkelheit zu erkennende Stadt Bor.
Auf diesem Platz erlebten wir eine unheimliche Stille, sämtliche Umgebungsgeräusche waren wie ausgeblendet. Abends funkelten die Sterne zum Greifen nahe am wolkenlosen Himmel. Früh gingen wir zu Bett, denn am nächsten Tag wollten wir auf einen Campingplatz in die Nähe von Silifke ans Mittelmeer. Zunächst aber ging die Fahrt auf der Autobahn durch eine sehr hügelige Landschaft. Hier sind die Berge bewaldet und die Gegend erinnert ein wenig an heimische Berge. Wir kamen zügig voran und überholten oft total überladene LKW`s, aber auch typische türkische "Umzugswagen".
Auf dem anvisierten Campingplatz blieben wir nur eine Nacht, da das Preis-/Leistungsverhältnis gar nicht stimmte und der Platzwart am nächten Tag eine Perestroika Truppe mit 19 Wohnmobilen erwartete. Das Gewusel wollten wir uns nicht antun und 22 YTL für eine Übernachtung auf der Parkfläche vor dem Campingplatz war zu viel des Guten. Also reisten wir ab, nur ein paar Kilometer weiter in dem kleinen Dorf BüyÜkeceli, bei der kleinen Pension Adnan fanden wir einen supertollen Stellplatz. Tatsächlich waren es nur drei Meter bis zum Wasser und der Pensionsbesitzer stellte extra für uns seine Stranddusche an, damit wir nach dem Schwimmen das Salzwasser abspülen konnten. Unsere Stühle und Tische stellten wir in dem kleinem Garten unter Palmen und blühenden Blumen. Ein herrliches, ruhiges Ambiente. Und dann hatten wir auch noch großes Glück, seit Tagen jabbelten wir schon frischem Fisch hinter her. Nicht ganz billig, aber dafür fangfrisch, kauften wir unserem fischenden Pensionsbesitzer Adnan einen Meeresfisch ab, den er uns filetierte. Mit Salat, frischem Weißbrot, kühlem Wein genossen wir bei Sonnenuntergang das Abendessen. Den am nächsten Tag angebotenen Tintenfisch und frisch gefangenen Krebs mußten wir leider wegen mangelnder Kochkenntnisse diesbezüglich ablehnen. Schade!!! Aber wir werden nun einen Kochkurs belegen!!
Wir verbrachten hier herrliche Tage, Die Temperaturen lagen jetzt im Oktober immer noch über 30, die Wassertemperatur bei 23 Grad.
| Das Wasser im Mittelmeer war sehr ruhig, sodaß wir täglich die Karettschildkröten, die bis in Ufernähe schwimmen und tauchen, beobachten und begleiten konnten. Manfred und Jürgen rüsteten sich mit ihren Schnorcheln aus und wollten die Schildkröten aus nächster Nähe betrachten. Die Tiere sind aber wider Erwarten blitzschnell, tauchen ab, um ein paar Meter weiter ihren Kopf aus dem Wasser zu strecken. Zu putzig!! |
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Am letzten Tag beschlossen wir Blacky das Schwimmen beizubringen. Blacky ging bis dato zwar bis zum Bauch ins Wasser, aber keinen Schritt weiter. Alle liebevollen Versuche von Jürgen ihn ins Wasser zu locken, sind in der Vergangenheit gescheitert. Jetzt wurde zur Tat geschritten. Jürgen schnappte sich seinen Hund, nahm ihn wie ein Kleinkind auf den Arm und redete beruhigend auf ihn ein. Manni war immer in der Nähe und streichelte Blacky. Als das Wasser tief genug war, ließ Jürgen ihn ganz, ganz vorsichtig los, redete immer noch auf ihn, streichelte und lobte ihn und siehe da...... Blacky schwamm schnurstracks zum Ufer, wo Petra stand. Prima!!! Jürgen als stolzer Hundebesitzer schwamm als Rettungsschwimmer nebenher. Am Ufer angekommen schüttelte sich Blacky, lief schwanzwedelnd zu Petra und bekam natürlich sein Leckerli.und das Seepferdchen!! Wiederholung ist angesagt!!
Auch bei einem Langzeiturlaub heißt es irgendwann einmal Abschied nehmen. Nach drei Tagen war es nun soweit, die herrliche Küstenstraße treibt uns immer mehr nach Westen. Rechts die bewaldeten, grünen Berge und links das azurblaue Mittelmeer. Noch keine Touristen, dafür aber viel Sonne. Fehlende Lebensmittel bunkerten wir in Bözyazi nach, anschließend wollten wir dort unsere Mittagspause am Strand einlegen. Jürgen unser Pfadfinder fuhr mit dem Deutz vorweg und geriet mit diesem in ein tiefes, weiches Kiesbett. Kein Problem, weder für Deutz noch für Unimog. Untersetzung rein, 2. Gang, Gas und durch. Für unsere Allradfahrzeuge kein Thema. Nur beim Herausnehmen der Untersetzung machte unser Deutz doch Schwierigkeiten, denn irgendwie ließ sich die Untersetzung nicht mehr herausnehmen. Es wurde probiert und plötzlich ein leises Knacken und das Übersetzungsgestänge war an der alten Bruchstelle wieder gebrochen. Die Übersetzung war somit noch eingeschaltet und so wollten wir natürlich nicht weiterfahren. Also ab in die Werkstatt und ruckzuck hatten die Türken den "Schaden" für 15 YTL (7.50€) repariert. Die Untersetzung ließ sich wieder heraus nehmen. Gott sei Dank!!
In der Ferne zog ein Gewitter auf und es dauerte nicht lange, bis es uns voll erwischte. Die Berge waren wolkenverhangen und so beschlossen wir in diesem Ort die Nacht zu verbringen. Abends ein bißchen ins Internet, das eine oder andere Telefongespräch wurde geführt und ansonsten ließen wir es uns gut gehen.
Am nächsten Morgen, das Wetter war schön wie immer, fuhren wir weiter. Auf den Verkehrsschildern lasen wir schon Alanya und Antalya, die touristischen Hochburgen der Türkei. Alanya war schnell erreicht und ab hier reiht sich Hotel an Hotel, Pension an Pension. Obwohl wir schon Herbst haben, tummeln sich doch noch die Touristen zu Hunderten auf den Straßen. In Side, mittig von Alanya und Antalya, fanden wir direkt am Strand einen Übernachtungsplatz. Mitten im Zentrum vieler Hotelkomplexe, Liegestühle und Nackedeis. Der Besitzer der kleinen Strandbar nebenan erlaubte uns dort Wasser zu bunkern und unsere Fäkalientanks zu leeren. Auf der anderen Seite befindet sich die Jandarma, somit standen wir sicher bewacht und in der 1. Reihe. Dieses stelle man sich mal in Deutschland an der Ostsee vor!! Zwei ältere Ehepaare stehen hier für Wochen am Strand, um zu überwintern. Kostenlos natürlich!!
Side mit seinen 15 000 Einwohnern ist eines der geschäftigsten Tourismusmetropolen des Landes mit zahlreichen Hotels, Pensionen, Cafes, Restaurants, Diskos und auch Souvenirläden. Die antike Ruinenstätte von Side gehört nach Ephesos und Pergamon zu den bedeutensten in der Türkei. Ein Besuch war unerläßlich. Trotz des Megarummels gönnten wir uns auch hier einen Strandtag.
Über die Provinzhauptstandt Antalya ging es nach Myra. Die berühmten Felsengräber von Myra sollten besichtigt werden. Die Ruinenstätte Myra liegt 1.5 km nördlich von Kale. Sehenswert sind hier u.a. das römische Theater und die Felsengräber mit Reliefs. Myra war eine der wichtigsten Stätte im lykischen Bund. Die Existenz der Siedlung geht bis in das 5. Jahrhundert vor Christi zurück. Sowohl von den Felsengräbern, als auch von dem gut erhaltenen Theater waren wir sehr beeindruckt. Unvorstellbar was die Menschen damals geleistet haben.
Das Anlegen der Felsengräber und auch den Bau des Theaters sind großartige Leistungen. Man kann sich gar nicht vorstellen, daß damals die Menschen ohne technische Hilfsmittel die riesigen Steinquader geschleppt und aufeinander geschichtet haben. Ein Besuch, den wir nicht bereuten.
Den WoMo-Fahrern sei gesagt, daß es hier ausreichend Platz für eine Übernachtung gibt. Ab 17.30 Uhr sind die Besucher verschwunden und man kann hier sehr ruhig stehen.
| Wir aber wollten weiter zum ehemaligen Fischerdörfchen Kas. Am frühen Abend erreichten über die 400 m hohe, kurvenreiche Berg- und Küstenstraße das idyllische Örtchen. Es war Sonnenuntergang und der Ort in ein warmes Licht getaucht. |
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Schon in den Bergen konnten wir den kleinen Hafen des Ortes entdecken, den wir schnurstracks anfuhren, um dort für ein bis zwei Nächte zu stehen.
Hier erwartete uns eine Überraschung!! Es stand ein amerikanisches WoMo mit Schaumburger Kennzeichen im Hafen und Jürgen wußte sofort, wer die Besitzer sind. Familie Schirmer, die ehemaligen Tankstellenpächter der Esso in Rinteln, bei der wir jahrelang unsere Fahrzeuge betankten.
Man glaubt es ja nicht!! Zwei Stunden später schlurfte unser Getränkehändler Dieter Bettin mit seiner Frau bei uns vorbei! "Wo kommt Ihr denn her?" "Was macht Ihr denn hier?" "Wo wollt Ihr denn hin?" Palaver, Palaver. Dieter Bettin erzählte uns, daß zur Zeit noch mehr Rintelner in Kas sind. Wir zogen die Köpfe ein.........Herbstferien in Niedersachsen!
Kas verfügt zwar über keine Sandstrände, hat aber dennoch viel zu bieten. Der 500 km lange Wanderweg "Lykischer Pfad", der durch das Taurusgebirge führt, geht bei Kas vorbei. Taucher,die die Reste lykischer Siedlungen im Meer erkunden, Schnorchler, Surfer, Segler kommen hier auf ihre Kosten. Auch Paragliding ist möglich. Gleich am ersten Morgen landeten zwei Glider direkt vor unseren Füßen im Hafen. Sowohl Rafting als auch Fourweel-Drive-Touren werden hier angeboten. Selbstverständlich auch ein- bis mehrtägige Bootstouren, u.a. auch um die Karettschildkröten zu beobachten. Der Ort mit seinen griechischen Altstadthäuschen, mit seinen vielen Cafes, gemütlichen Restaurants und kleinen Geschäften übt auf seine Besucher einen gewissen Reiz aus. Er hat Charme, die Suche nach großen Hotelkomplexen ist hier vergebens.
Es war beschlossene Sache, am Mittwoch den 18.10.06, Kas zu verlassen, aber Naturgewalten machten uns einen Strich durch die Rechnung. Am späten Nachmittag des gestrigen Tages zog ein extrem heftiges Gewitter mit Windboen bis zu 50 Knoten auf. Der Regen und der Sturm peitschten so stark um die Autos , daß wir gezwungen waren unsere Fensterklappen zu schließen. Unser Truck war durch den starken Wind ständig in Bewegung.
Imme mehr Segler suchten Schutz in dem bald überfüllten Hafen. Chaos war angesagt, denn die Anker hielten nicht und einige Schiffe trieben im Hafen herum. Schnelles Handeln der Mannschaften war gefragt, um die Schiffe vor Schäden zu bewahren. Damit die Schiffe nicht an die Kaimauer gedrückt wurden, ließen die Eigner und Skipper die Motoren laufen. Die Schiffsrümpfe wurden mit Fendern und die Schiffe mit zusätzlichen Leinen abgesichert . Es half wenig. Die Hilfsbereitschaft der Türken kannte aber auch hier keine Grenzen. Drei junge Türken schipperten in einem kleinen Anglerboot von Yacht zu Yacht, holten die Leinen rüber, fuhren an die gegenüberliegende Kaimauer und befestigten so zusätzlich ein Schiff nach dem anderen. Die Leinen gingen somit quer durch das Hafenbecken. Es dauerte Stunden bis die Schiffe gesichert waren. Mittlerweile war es stockdunkel, es stürmte, regnete, blitzte immer noch und weitere Schiffe kamen in den Hafen, um Schutz zu suchen. Natürlich ahnten sie nicht, daß quer durch den Hafen die Seile gespannt waren. Ihr ahnt schon, was passierte!! Die Schiffe fuhren über die Seile!! Jetzt war Action angesagt!! Ein Geschrei!! Ein Gebrüll!! Es dauerte natürlich immer eine ganze Zeit, bis der Skipper begriff, was los war. So ging es die ganze Nacht, die Schiffsmannschaften hatten alle Hände voll zu tun und mußten immer wieder die Lage ihrer Schiffe kontrollieren. Mittlerweile ist es Mittwoch, 13 Uhr, es stürmt, gewittert und regnet noch extrem. Es ist kein Ende abzusehen und laut Wetterbericht ändert sich das Wetter erst am Freitag. Kein Schiff hat bis jetzt den Hafen verlassen, aber es ist bis jetzt auch kein weiteres gekommen. Viele 50 Fuß Yachten sind gechartert und die Leute kommen mittlerweile in Zeitprobleme. Auch wir werden erst weiterfahren, wenn das Wetter sich gebessert hat, denn die Sichten auf den schmalen Küstenstraßen sind zur Zeit extrem schlecht. Ein Risiko wollen natürlich auch wir nicht eingehen.
Unser Hund Blacky verläßt trotz voller Blase und vollem Darm nur widerwillig zum Gassigehen das Auto.
Das Unwetter von dieser Region hielt die Seefahrer und auch die Einheimischen noch ca. 24 Stunden auf Trapp. Viel Schiffsmaterial ging zu Bruch, Fenster von einem Katamaran wurden herausgerissen, andere Schiffe strandeten. Die Restaurants mussten Wasser schoepfen, Türen und Fenster abdichten usw. Schlammmassen wurden aus den Gullys gedrückt und flossen die Straßen herunter. Wir hatten uns aufgemacht, um ein Feierabendbier in einer gemütlichen Kneipe zu trinken. Der Kneipier, ein junger türkischer Mr. Bean, freute sich, dass seine Kneipe auf Grund des schlechten Wetters endlich mal gefüllt war und trug mit seiner überaus lustigen Art dazu bei, dass wir eine Menge Spaß hatten. Schwierigkeiten bekam er bei der Anzahl der Gäste und bei den unterschiedlichsten Bestellungen. Immer wieder fehlte ihm irgendeine Zutat für ein Getränk, entweder war es der Apfeltee oder die Banane, ein weiteres Mal der Likör. Kein Problem!! Rauf aufs Moped und los, um entweder im Supermarkt oder auch von zu Hause die fehlenden Dinge zu holen. Dann endlich wieder Cocktails gemixt, Zutaten vergessen, erstmal ins Rezeptebuch geguckt, Musikwünsche erfüllt, fotografiert, usw. usw. Es war ein lustiger Abend in Kas und wir konnten hier durch die Schlechtwetterperiode überbrücken..
6.8.6. Türkische Ägäis
Nachdem wir nun das Unwetter von Kas (6549) gut und heile ueberstanden, ging es dem nächsten Highlight entgegen.
Saklikent Canyon (40 km SO von Fethiye) heisst zu deutsch verborgenes Land. Es ist ein sehr enger Canyon mit sehr hohen Felswänden, in die reissende Quellen 200-300 m tiefe Einschnitte und somit eine 18 km lange Schlucht geschaffen haben. Ein wahres Naturschauspiel (!!!), welches man mit Badehose nd Handtuch ausgerüstet, erwandern kann. Vor dem Canyon befinden sich einfache Restaurants, die hervorragende türkische Pfannkuchen, z.B. mit Spinat oder Schokolade, backen. Man kann wunderbar auf ueber den Bachläefen gebaute Plattformen, die mit Kissen bestückt sind, sitzen und sich verwöhnen lassen. Für eine Nacht fanden wir hier eine kostenlosen Möglichkeit auf einem der vielen Parkplaetze zu stehen.
Eine weitere sehr lohnenswerte Strecke, immer wieder durch Zitronen- und Orangenhaine, führte uns nach Dalyan ins Dalyan Delta (ca. 30 km westlich von Dalaman). Die Everglades von Florida sind das Dalyan in der Türkei. Früher war Dalyan ein kleines Fischerdorf, heute ist es ein beliebtes Ferienziel für Naturliebhaber. Den Tag verbrachten wir am beliebten und unter Naturschutz stehenden und bewachten Iztuzustrand (Eintritt 5 TYL), den wir aber bis 20 Uhr verlassen mussten, um die Nistgebiete der Karettschildkröte im Mittelmeer und die Ruhe dieser äusserst empfindlichen Tiere nicht zu stören. Somit schliefen wir nach einem Abendbrot am Lagerfeuer in den Bergen oberhalb des Strandes (wieder einmal kostenlos) Vögel, wie z.B. Störche, Kormorane, Ibisse, Reiher, Pekikane und Fischadler... ein einzigartiges Naturparadies. Dieses wollten wir natürlich nicht so schnell verlassen und umrundeten somit das Dalyan - Delta, um auf einer super ausgebauten Strasse nach Sultanyie zu kommen. Wir bekamen hier den Eindruck, diese Superstraße wäre nur für die hunderte von Bienenstöcken und deren Imker gebaut, die rechts und links die Straße säumten. Endziel hier war oben genanntes kleine Örtchen, in dem wir einen Stellplatz direkt am Wasser für 5 TYL fanden. In diesem Preis war aber die Benutzung der schwefelhaltigen Thermen, die unterschiedliche Temperaturen hatten und sich im Freien, wie auch unter Dach befanden, entahlten.
Wir weichten erst einmal unsere müden Knochen ein und genossen die Entspannung des warmen Bades.
| Noch Tage später hatten wir aber den unangenehmen Geruch des Schwefels auf der Haut. Jürgen und Manfred übten sich inzwischen im Angeln. Während Jürgen schnell aufgab, wollte Manfred unser Abendbrot sichern. Ca. 35 Fische landeten im Eimer, einige davon wieder mangels Größe im Wasser, die restlichen in unserer Pfanne. Lecker im Geschmack, aber ... Gräten ohne Ende und ... wenig Fleisch. Da Manfred sich den ganzen Tag so viel Mühe gab uns ein leckeres Abendbrot zu servieren, aßen wir natürlich brav auf. |
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In Marmaris waren wir mit unseren Freunden Anne und Hermann, die hier ihr Segelschiff im Yachthafen liegen haben, verabredet. Schnell war der Hafen gefunden und wir konnten mit unseren Wohnmobilen direkt davor, mit Blick aufs Meer, übernachten. Der Hafen an sich ist eine Oase in der Türkei. Hier kommen Leute aus aller Welt mit ihren Schiffen an, die jetzt im Winter entweder an Land geholt werden oder aber im Wasser bleiben. Im Hafengelände findet man Supermarkt, Marinageschäft, ein super Restaurant mit allen Köstlichkeiten dieser Welt, eine Bar, Telefonzellen, Bankomat und sogar einen Friseur. Diesen suchten Jürgen und ich gleich am nächsten Tag auf. Das Ergebnis war niederschmetternd, die Bilder von unseren Haarschnitten können wir leider nicht veröffentlichen. Für drei Tage konnten wir hier sogar W-Lan im Internet surfen. Welch ein Luxus (!) und irgendwie eine eigene Welt im Land der Muslime!!! Wir genossen natürlich das leckere Essen, den außergewöhnlich guten (endlich mal) Wein, aber auch die heißen Duschen.
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Tags über segelten wir mit Anne und Hermann mit ihrem Schiff durch die Umgebung von Marmaris oder aber wir Frauen versuchten Geld in den Basaren auszugeben, zum Leidwesen der Geschäftsinhaber, denn hier war handeln angesagt. |
Wir zeigten uns hartnäckig und zäh wie Leder. Ein riesiger Spaß! Auch wenn man nichts kauft. Herakleia am Bafalake (www.bafalake.com) erreichten wir über die 550/ Abzweigung Yatagan 330 Richtung Soeke/ Izmir. Der Ort Herakleia, heute Kapikiri, der unterhalb des wilden Latmos liegt, gehört zu den romantischsten Punkten im westlichen Kleinasien. Wohl wahr!! Der Ort hatte bereits im 4. Jahrhundert vor Chr. einen bedeutenden Hafen an der damaligen Meeresbucht. Als dieser versandete wurde der Ort bedeutungslos, ist aber heute ein Paradies für Ornithologen und Naturliebhaber. (6666)
| Der Bafalake ist sehr fischreich, Flamingos und Haubentaucher säumen die seichten Stellen des Wassers. Besonders auffällig sind die Reste der alten Stadtmauer, die sich zwischen Gärten und Häusern hindurchzieht, aber auch noch Reste im flachen Wasser zu erkennen sind. |
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Wir unternahmen hier eine kleine zweistündige Wanderung über Fels und Stein, wurden von einem heftigen Regenschauer erwischt und konnten beim Rundgang einer alten Frau noch eine Freude bereiten, in dem wir ihr Honig und Olivenöl abkauften. Einen Stellplatz für zwei Nächte fanden wir direkt am Strand für 2.5 TL, 1.25 €, der vom Wirt des dazugehörigen Lokales vermietet wird. Hier aßen wir abends auch sehr leckeren Fisch und Köfte (Hackfleischbällchen) zum kleinen Preis. Aber auch weitere kleinere Restaurants, sowie auch die anderen Bewohner des Dorfes, warten auf Gäste, die aber z. Zt. vermehrt auf Grund der nahen Anschläge ausbleiben. Wir finden, dass der Besuch von Herakleia ein Muss einer Türkeireise ist. Hier kann man sich gut eine ganze Woche aufhalten, Ausritte auf Eseln, geführte mehrstündige Wanderungen durch das Latmos-Gebirge oder auch Bootstouren unternehmen, Tiere beobachten, angeln und... und... und... Aber am 02.11.06 war die Weiterreise nach Ephos angesagt, einem weiteren Höhepunkt unserer Reise. Hier stehen die Ruinen der altgriechischen Stadt, in der sich im Altertum ein Handels- und Finanzzentrum mit ca. 250 000 Einwohner befand. Die Größe des Ruinenareals wird uns erst bei der Begehung bewusst, wir bewundern die gut erhaltenen Straßen, das prachtvolle Theater, die Bäder.
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Wir verbringen die Nacht am Strand und es ereilt uns ein Unwetter von solch einer Heftigkeit, dass wir unsere Fensterklappen schließen müssen und in den Wogen des Windes endlich einschlafen.
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Dann die Überraschung am nächsten Morgen... wir stehen in einem See!! Blacky guckt vielleicht blöd!! Ist er doch morgens immer der Erste, der das Wohnmobil verlässt, aber schwimmen will er nun auch nicht!! Für unseren Deutz aber kein Problem, Jürgen fährt ihn an eine halbwegs trockene Stelle und wir frühstücken erst einmal gemütlich. |
Durch Izmir, einer schnell gewachsenen Stadt, auf der 550, an Bergama vorbei, durch Edremit und dann Richtung Westen direkt an der Küste entlang.In dem kleinen Örtchen Ayavacik folgten wir nun der wunderschönen und abwechslungsreichen Nebenstrecke zu dem Örtchen Assos.
| Dieses Dorf galt lange Zeit als Geheimtipp unter Istanbuler Künstlern und ist wirklich eine Perle am Golf von Edremit. Auch um diese Jahreszeit verirren sich hier noch einige Touristen und die Bewohner (meist sehr, sehr alte Frauen und Männer bieten uns hier ihre gehäkelten Deckchen, gestrickte Bettpuschen und Sonstiges an. |
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Wir decken uns mit grünem Tee (was auch immer das für ein Kraut sein mag), Rosinen und Erdnüssen ein. Wieder einmal schlafen wir am menschenleeren Strand. Die überschaubaren Hotels und Campingplätze haben mittlerweile alle geschlossen. Es stürmt, die Temperaturen sinken auf Richtung Null Grad Grenze, es ist für uns bittekalt. Ein Kälteschock nach dem Kurze-Hose-Wetter in Marmaris. Wir holen die langen Unterhosen und auch die Handschuhe raus, mummeln uns ein und machen einen langen Strandspaziergang.
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Durch Olivenhaine, riesigen Baumwollfeldern, Paprika- und Tomatenplantagen fahren wir am nächsten Tag immer noch auf der Nebenstrecke Richtung Troja.
Jürgen wollte schon immer das trojanische Pferd sehen, welches für den trojanischen Krieg steht. (Eintritt 26 TL/ 13 € mit Fahrzeug). Wer allerdings aufregende Spuren des trojanischen Krieges zu entdecken erwartet, der wird enttäuscht sein, denn zu sehen sind lediglich die Ausgrabungsschritte mit den freigelegten Siedlungsschichten, finanziell unterstützt von Daimler-Chrysler.
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Hier übernachten wir fern ab der Straße, die Saisonarbeiter auf den Feldern winken uns zu, die Schafhirten bedanken sich freundlich als wir ein Foto von ihnen machen wollen.
In Cannakale fahren wir mit der Fähre (24 Euro) über den Golf der Dardanellen zu dem kleinen, unansehnlichen Ort Eceabat. Hier funktioniert das Internet nur mäßig (Stromausfall), die Tomaten in den Geschäften sind faul und auch Sonstiges lädt nicht unbedingt zum Verweilen ein. Also...rein ins Auto und weiter!! Wir fahren deshalb schnell los, finden aber im Anbruch der Dunkelheit keinen rechten Platz zum Übernachten, stellen uns dann einfach in eine Siedlung, aber wieder einmal direkt am Wasser und mit dem Okay eines Hausbesitzers. Unsere letzte Nacht in der Türkei bricht an!! Schade!! Es liegt bei uns eine ganze Menge Wehmut in der Luft, zu schön waren doch die vielen, vielen Erlebnisse der letzten 8 Wochen in der Türkei. Wir sind in diesem wundervollen Land mit seinen spektakulären Landschaften über 6100 km gefahren, haben die bitterste Armut gesehen, sind aber immer wieder überrascht worden von der Herzlichkeit, der Offenheit und der Freundlichkeit der Menschen. Merhaba (Guten Tag) und Hol Geldiniz (Herzlich Willkommen) bekamen wir jeden Tag zu hören und wurden ganz selbstverständlich und uneigennützig immer wieder mit kleinen Geschenken, wie z. B. frischen Aprikosen, Haselnüssen, Paprika, Tomaten (alles aus dem eigenen Garten) und... und..., verwöhnt. Verschüchtert winkte man uns zu, strahlte uns an, beim Näher kommen zeigte man rege Neugier an uns, an unseren Fahrzeugen, aber auch an unserem Land. Irgendjemand in der Familie war vielleicht schon einmal in Deutschland oder ist es noch und schon gab es einen Anknüpfungspunkt zum Reden, wenn auch mit Händen und Füßen, denn im Osten der Türkei kann kaum noch Jemand ein Wort Deutsch geschweige denn Englisch sprechen.
Die Türkei ist ein tolles Reiseland, welches man ohne Probleme mit dem Wohnmobil bereisen kann und immer wieder Stellplätze findet, die zum Einen kostenlos sind, zum anderen aber auch abseits des normalen Weges liegen. Für uns steht fest, dass dieses Land es verdient, mehr erkundet zu werden als nur die Pauschaltouris es tun und die kaum etwas von der Ursprünglichkeit des Landes mitbekommen. Für uns steht fest: Wir waren auf jeden Fall nicht das letzte Mal in der Türkei!!
Am nächsten Tag nun ab zur Grenze. Problemlose Grenzabfertigung von Seiten der Türkei, wir nehmen gerne an einer Umfrage zum Land Türkei teil und fahren dann mit den guten Wünschen der Zöllner weiter. Richtung... Griechenland!
6.8.7. Türkisches Allerlei oder Fragen über Fragen
1. Ramadan
Mit Beginn des Ramadan verschwanden sämtliche alkoholische Getränke aus den Einkaufsläden. Waren einen Tag zuvor die Regale noch voller Bier und Schnaps,etc., so waren mit der Fastenzeit alle Flaschen verschwunden. Die Getränkekühlschränke wurden mit Geschenkpapier zugeklebt. Sind wirklich alle Gläubigen so konsequent und trinken vier Wochen absolut keinen Alkohol?? Uns wurde jedoch Bier unter dem Ladentisch verkauft!! Hoffentlich bekommt der Verkäufer keinen Ärger!?!?
2. Dessous
Die heissesten Dessous sahen wir in Dogubayazit (Ostanatolien), kurz vor der iranischen Grenze, in den Schaufenstern hängen. Ist im Koran der Stringtanga etwa vergessen worden?!!
3. Pornoreklame
Auf unserer Fahrt gen Osten sahen wir ein riesengroßes Reklameschild. Werbung mit einer barbusigen blonden Schönheit für eine Bar. Es ist doch toll, dass der Koran den türkischen Männern erlaubt, sich zu amüsieren! Was sagen denn die Frauen dazu?!
4. Pornos
In Marmaris fanden wir in einem Supermarkt Porno-CD`s in allen Variationen. Wir waren erstaunt, aber auch entsetzt, diese in dem doch so islamistischen Land zu finden. Ist der Koran doch nicht so schlecht!?!?
5. Prostitution
Die Prostitution blüht. Die Schönheiten aus den östlichen Ländern werden eingeflogen und man (Mann) darf sich bedienen. Welch ein Leben?!?!
7. Kurden - Türken Konflikt
Können nicht beide Parteien freidlich miteinander leben. Wir werden die Lösung dieses Konfliktes nicht mehr erleben, zu sehr sind die Fronten verhärtet.
8. Islam rüstet auf
Rüstet der Islam auf !?!? In der ärmsten Gegend des Landes, im Osten von Anatolien, sahen wir kleine, sehr ärmliche Dörfer. Die Häuser hatten teilweise keine Fenster und keine Türen und wir wissen nicht, ob Babys, die jetzt dort hinein geboren werden, diesen Winter überleben. Hier in diesen Dörfern (in jedem Dorf!!) wurden und werden die modernsten Moscheen gebaut, z.B. mit Glaskuppeln, mit Silberdächern, etc. Dürfen die Babys nach Fertigstellung der Glaubenshäuser dort wohnen?
9.Kopftuch
Das allseits bekannte Kopftuchproblem in der BRD wird in der Türkei ganz einfach geregelt. Jede Frau und jedes Mädchen muss während der Schulzeit das Kopftuch absetzen! Haben unsere Politiker Langeweile, sich monatelang hiermit zu beschäftigen??
10. Kinder kriegen
Tatsächlich ist es in Mode gekommen, dass junge türkische Mädchen, die in Deutschland geboren sind und einen deutschen Pass haben, in ihrem Heimatland heiraten, in Deutschland dann aber wiederum ihre Babys bekommen (wegen der guten medizinischen Versorgung) und mit diesen in ihr Heimatland, die Türkei, gehen. Das Kindergeld bekommen sie selbstverständlich von der BRD. Wie viel Geld geht auf diesem Weg von uns ins Ausland??!!
11. EU
Gehört die Türkei in die EU? Eine immer wieder gestellte Frage während unserer Reise. Gehört die Türkei nicht zu Asien? Viele Bewohner des Landes befürworten es nicht, dass die Türkei in die EU kommt und erwarten hierdurch mehr Nachteile als Vorteile. Warum bleibt nicht alles so wie es ist??
12. Tschador
Viele Frauen der Türkei und besonders die aus dem wilden Kurdistan bevorzugen das Tragen eines Tschadors (Ganzkörperbekeidung in Schwarz) / Ähnlichkeit mit einem Pinguin.
Frage a: Wie erkennen die Männer ihre Frauen?? Frage b: Wie erkennen die Kinder ihre Mütter??
6.9. Griechenland
6.9.1. Griechenland 1
Milchbubis erwarten uns am Grenzzaun. Sie stehen dort, mit Maschinenpistolen bewaffnet, den lieben langen Tag und warten auf ...??
Ein freundlicher Grenzzöllner erwartet uns, und endlich... endlich verlangt mal jemand den Passport von unserem Hund Blacky. Wir zeigen ihn gerne, denn schließlich haben wir für dieses Dokument, welches alle Impfungen und die Registraturnummer des Hundes nachweist, viel Geld bezahlt. Zum einen für den Tierarzt, zweitens für das Veterinäramt; hier musste Blacky noch einen Tag vor unserer Abreise vorgeführt werden. Und Ordnung muss sein, also.. alles in Ordnung... wir dürfen weiterfahren, man wünscht uns einen schönen Aufenthalt. Europa!! Alles sieht europäischer aus. Die Häuser, die Autos und, und, und.
In Alexandroupoli wird erst einmal getankt, denn der Diesel ist hier wesentlich billiger als in der Türkei. Wir bezahlen 0.94€€ und lassen somit den Sprit laufen. Wir müssen uns aber darauf einstellen, dass die Benzinpreise bis zu 0.14€€ schwanken.
Nach der Tankaktion tuckern wir gemütlich über die Schnellstrasse und plötzlich läuft ein Hund über die Strasse und wird von einem uns überholenden PKW voll erwischt. Der Hund fliegt durch die Luft, aber auch Teile der Stoßstange vom PKW. Zu unserem Entsetzen fährt der PKW - Fahrer weiter, kümmert sich nicht um den Hund und hält auch erst einige Kilometer später an, um nach seinem Fahrzeug zu schauen. Wieder einmal stellen wir fest, wie auch schon zuvor in Rumänien und auch in der Türkei, dass Hunde, aber auch andere Tiere, hier gar keinen Stellenwert haben. Sie werden getreten, mit Steinen beworfen und laufen wild durch die Gegend und sehen total verwahrlost aus. Wir wurden immer fragend angeschaut, wenn wir Blacky bürsteten oder mit ihm an der Leine spazieren gingen, geschweige denn, dass er Hundefutter bekommt.
Einkaufen... man glaubt es nicht.. bei Lidl. Wir bunkern jede Menge Lebensmittel und freuen uns über ein wenig Abwechslung auf unserem Speiseplan und fahren dann nach Xanthi, um dort ins Internet zu gehen. Jede Menge Internet - Kaffees, aber zum einen dürfen wir nirgends mit unserem eigenen Laptop arbeiten, zum anderen verstehen wir die griechischen Hyroglyphen gar nicht und tun uns schwer. Wir haben den Eindruck, dass die Griechen in dieser Beziehung wesentlich rückständiger sind als die Menschen im Osten der Türkei. Am frühen Abend sind wir endlich, dank Hilfe eines netten jungen Mannes, fertig, haben die gesamte Post erledigt und fahren nach Toxotes.
(Schöner Standplatz/ Bahnhof Toxotes ca. 2 km immer an den Schienen entlang / Parkplatz Eingang zur Schlucht / 500m vom Platz befindet sich ein zu empfehlendes griechisches Lokal)
Toxotes ist für die wilde, straßenlose Nestos-Schlucht bekannt, die man erwandern oder per Zugfahrt durch das Gebirge erobern kann. Wir entschließen uns am nächsten Tag für die Wanderung von 15 km und wollen dann per Zug zurück nach Toxotes fahren.
Gesagt, getan, ...den restlichen Tee vom Frühstück in die Flasche, zwei Äpfel, zwei Cornys und ein paar trockene Knusperstangen, das Toilettenpapier dazu, alles in den Rucksack und los geht's. Was sind schon 15 km?! Der Weg beginnt direkt an unserem Stellplatz immer am Nestos, einem der größten Flüsse Griechenlands, der seine Quelle in Bulgarien hat, entlang. Links fließt der Nestos, rechts befindet sich das Gebirge, an dem der Wanderweg "klebt". Wir wandern über Stock und Stein, Berg hoch, Berg runter und kommen mittags an einen wunderschönen Picknickplatz, an dem wir unser Päuschen einlegen. Weiter geht`s am Fluss entlang, aber irgendwie komisch, kein ausgetretener Weg mehr zu erkennen, wir müssen klettern. Das soll von EU - Geldern bezahlt sein? Von einem Wanderweg, geschweige denn von einer Beschilderung, keine Spur!! Da werden wir uns aber beschweren!! Noch nicht einmal vernünftige Hinweisschilder!! Blacky weigert sich diesen Weg weiterzulaufen, uns kommt die ganze Sache komisch vor und somit gehen wir zurück zum Picknickplatz, um uns noch einmal neu zu orientieren.
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Aha, rote Pfeile weisen uns den richtigen Weg. 3 km Umweg und eine Stunde Zeitverlust. Wir müssen zusehen, dass wir bis zum Anbruch der Dunkelheit den Bahnhof erreichen. Also los!! Es geht immer nur bergan. Die Wege sind steinig, oft sogar felsig. Will man sich die Landschaft angucken, so muss man anhalten. Auf keinen Fall kann man wie "Hans guck in die Luft" durch die Gegend schlappen. Der Weg ist anstrengend, wir merken unsere Knochen. Endlich kommen auch mal Hinweisschilder, z.T. nur als roter Pfeil auf einen Stein gemalt, auf den kleinen Bahnhof, unser Endziel. Uns läuft schon das Wasser im Mund zusammen bei dem Gedanken, dass wir dort vielleicht einen Kaffee bekommen, vielleicht haben die auch Pommes oder einen griechischen Salat. In diesem Sinne laufen wir doch einige Schritte schneller und erreichen den... verwaisten Bahnhof. Keine Menschenseele in dem Gebäude, noch nicht einmal ein Bahnhofsvorsteher, die angrenzenden Gebäude sind teilweise aufgebrochen und verwüstet. Kein Fahrplan auf dem wir erkennen können, ob und wann der nächste Zug kommt, keinen Kaffee, keine Pommes, keinen Salat und auch keine Strasse auf der wir zurück laufen könnten. Wir sind frustriert, müde, kaputt und fangen an zu frieren, weil sich unser Schweiß jetzt abkühlt.
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Plötzlich Stimmen, Geruch von Feuer... wir kommen näher und entdecken eine Gruppe von Pfadfindern, die hier ihr Lager aufgeschlagen haben und am nächsten Tag diese Wanderung in umgekehrter Richtung machen möchten. Die Gruppe klärt uns auf, dass man Bahnfahrten beim Bahnhof in Toxotes anmelden muss, da sonst der Zug an diesem Bahnhof nicht anhält. Ein junger Mann telefoniert mit dem Bahnhof und teilt uns mit, dass der nächste Zug in zwei Stunden kommt. Wir haben Hunger, essen unsere Reste auf und gegen die Kälte machen wir ein Lagerfeuer. Zwei Stunden... eine lange Zeit in der Dunkelheit. Die Gruppe bietet uns einen Schnaps an, er erwärmt uns von innen. Und dann endlich hören wir den Zug. Mit Petroleum- und Stirnleuchten der Gruppe ausgerüstet, stehen wir am Bahnsteig und geben dem Lokführer mit dem Licht Zeichen, wir winken und rufen, dass wir mitfahren wollen. Im letzten, wirklich im allerletzten Moment erkennt er uns, bremst den Zug weit hinter dem Bahnsteig ab, wir bedanken uns überschwänglich bei der Gruppe und steigen ein ... Richtung Toxotes für 60 Cent.
Immer wieder malen wir uns aus, was wir wohl gemacht hätten, wenn wir nicht die Gruppe getroffen hätten. Wir wussten nicht ob und wann ein Zug kommt, ein Rücklauf wäre nur mühsam über die Schienen möglich gewesen, weil die Schlucht straßenlos ist, wir hätten 26 Tunnel bis nach Toxotes passieren müssen. Die andere Möglichkeit wäre die der Übernachtung in den verwaisten Häusern, na dann viel Spaß!!!
Glücklich und zufrieden kamen wir aber in Toxotes an, wir freuen uns riesig und belohnen uns mit einem leckeren Essen in einem griechischen Restaurant.
Unsere weitere Fahrt führt uns über Tessaloniki an der Ostküste entlang zu dem kleinen Örtchen Stomio, in dem wir neben dem geschlossen Campingplatz übernachten. Dieses kleine Fischerdörfchen hat einen malerischen Strand, aber zurzeit ist es hier menschenleer und hat nichts zu bieten. Also hält uns hier nichts und wir zielen die Meteora- Klöster bei Kalambaka an. Wir durchfahren die weiten Ebenen von Thessalien, vorbei an den Städtchen Larissa und Trikala. Thessalien gilt heute als die Kornkammer Griechenlands und ist umgeben von hohen Bergen, die im Winter zum Skilaufen einladen.
Die Meteora Klöster sind ein Höhepunkt unserer Griechenland-Reise, wir fahren durch eine wildromantische, unwirkliche Landschaft zu den Meteora-Felsen.
In Kalambaka, am Fuß der Meteora-Felsen finden wir einen super Stellplatz vor einem kleinen Restaurant mit Blick ins Tal. Der Besitzer des Esslokals wirbt für freie, kostenlose Stellplätze für Wohnmobile auf seinem Gelände, Strom und Wasser inklusive, möchte natürlich dadurch erreichen, dass die Gäste bei ihm zum Essen oder zum Trinken kommen. So auch wir!! Wir freuen uns auf ein leckeres Abendbrot und werden bitter, bitter enttäuscht. Es gibt keine Speisekarte, an Fleisch nur Schwein oder Huhn. Dafür gibt es ein Drei-Gänge-Menü. 1. Gang: griechischer Salat mit eiskalten, grob geschnitzten Tomaten, 2. Gang: Pommes wahlweise mit Ketschup oder Mayonnaise, 3. Gang: Huhn oder Schwein, wobei das Huhn so trocken ist, dass wir es, trotz aller Bemühungen, im Mund nicht klein kriegen. Wir entschließen uns, es Blacky zu geben. Der hoch gepriesene, selbsthergestellte Rose-Wein erweist sich als süße Brühe, die, wie wir am nächsten Tag feststellen, nur Kopfschmerzen bereitet. Für vier Personen bezahlen wir 60€ (!!!) Der Wirt ist einfach nur nervig, verkauft alles als "Spezialität, Spezialität", ist Bayern München Fan, trägt dementsprechend eine rote Jacke mit Bayern - Emblem und findet Helmut Kohl "nix gut", weil dessen Sohn eine türkische Frau geheiratet hat. Ein Reinfall auf ganzer Linie, aber dafür ist der Platz mit seiner wunderschönen Aussicht wirklich toll.
Am nächsten Tag ist die Besichtigung der Meteora-Klöster angesagt, die auf spitzen, widerstandsfähigen Felsklötzen, -zähnen oder -nadeln thronen. Im 11. Jahrhundert lockten sie die ersten frommen Einsiedler an, die sich hier in Höhlen und auf den nahezu unzugänglichen Felsspitzen niederließen. Die meisten dieser Klöster waren nur über Strickleitern oder Seilwinden zu erreichen, so dass sie den Bewohnern größtmögliche Ruhe, aber auch Schutz vor Überfällen boten. Auch Waren und Gäste wurden in einem Netz hinaufgezogen. Uns stockt allein beim Anblick der Atem, denn die Gebäude sind wirklich auf winzigen Felsplateaus gebaut und erlauben natürlich keinerlei Fehltritte. Noch heute werden diese Klöster von Nonnen und Mönchen bewohnt und immer wieder in schwindelerregender Höhe restauriert und verschönert.
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Nach einer Nacht in den Bergen, kurz hinter Panaghia und kurz vor dem 1705m hohen Pass fahren wir über die sehr kurvenreiche, aber landschaftlich wunderschöne Strecke Richtung Ioannina. Unser Ziel ist der Vikos - Nationalpark, nahe der albanischen Grenze. Die Vikos - Schlucht zieht sich ca. 10 km in die Länge und die Wände dieser steigen bis zu 1000m steil empor.
Ein tolles Wandergebiet, man kann aber auch sensationelle Fotos schießen. Wir finden für zwei Tage einen Stellplatz über dem kleinen, in 1000m Höhe liegenden Bergdorf Monodendri.Standplatz: Durch Monodendri folgt man immer der Straße, ca. 7 km, kleiner Wasserbrunnen auf der linken Seite, rechts große Wiese, von hier ca. 1.5 km herrlicher Wanderweg zur Schlucht.
Hier soll es sogar noch Braunbären geben, also packen wir ordnungsgemäß alle Lebensmittel ins Wohnmobil und lassen natürlich keinen Müll liegen. Ob Meister Petz sich wohl blicken lässt? Es ist schon ein komisches Gefühl, aber Blacky wird uns bestimmt beschützen!! Es ist ein traumhaftes Wetter, tagsüber strahlend blauer Himmel, unsere T-Shirts kommen immer noch zum Einsatz, jedoch wird es nachts empfindlich kalt, bis zu 5 Grad minus. Es ist nachts auch stockdunkel und weit und breit keinerlei Umgebungslicht, die Sterne funkeln zum Greifen nahe vom Himmel. Eine unheimliche Stille umgibt diese Gegend.
Auch das Dorf ist mit seinen traditionellen Häusern und seinen gepflasterten Gassen einen Besuch wert, wie auch das nahe liegende Dörfchen Kipi, welches ca. 100 Einwohner hat und in üppiges Grün eingebettet ist. In der Nähe des Ortes überspannen acht schöne Bogenbrücken aus der Türkenzeit den Voidomatis und seine Nebenflüsse. Mitten im Ort dürfen wir - mit Genehmigung der Polizei - stehen. Ein Besuch in der gegenüberliegenden Taverne rundet unseren Aufenthalt ab, weil wir hierdurch natürlich Kontakt zu der Dorfbevölkerung bekommen. Alternativer, sehr schöner Stellplatz: Durch Kipi direkt hinter dem Ortsausgangsschild geht rechts ein Feldweg ab, nachca. 120 m findet man eine Wiese direkt an einem Bach, an einer Brücke und einer Wassermühle. Von hier aus gibt es herrliche Wanderwege in die nähere Umgebung. Dieses Gebiet ist noch ein ziemlich unberührtes Gebiet, muss aber ab September ein Traum zum Wandern sein.
6.9.2. Griechenland 2
Von Kipi fuhren wir auf der E90 Richtung Ioannina. Kurz vor dieser Stadt bogen wir rechts ab und weiter geht's auf der E92 Richtung Osten wieder an die Küste.
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Mal wieder ging es Berg hoch und Berg runter, Fahrzeuge und Fahrer wurden gefordert, dafür wurden mit grandiosen Berglandschaften entschädigt. Immer wieder hielten wir zu einem Foto -Stopp an. |
Das nächste Etappenziel sollte der kleine Küstenort Ammoudia sein. Es war der Tipp von unserer Mitarbeiterin, deren Schwiegervater hier ein kleines, aber feines Hotel betreibt (www.hotel-pappas.de). Ein idealer Stellplatz war schnell gefunden. (Koordinaten: N39 Gr., 14. 186`/ E 020 Gr. 28. 834) Links der fischreiche Fluss Archeron und rechts die große Bucht von Ammoudia. Ein riesiger Sandstrand lud zu Spaziergängen ein.
Superwetter und die Einladung der einheimischen Angler sorgten dafür, dass wir drei Tage hier verweilten. Unsere Männer, Jürgen und Manfred, hatten so viel Anglerglück, dass es drei Tage hinter einander leckeren Fisch gab. Das Fische fangen funktionierte nur deshalb, weil unsere "Angler" Insiderinformationen über Fischfang von den Griechen bekamen. Heiße Rezepte für Fischfangfutter wurden ausgetauscht, angerührt, mit Fischmehl, gewürzt mit Sardinen aus der Dose, etwas Olivenöl oder Senf, angedickt mit Weizenmehl. Fertig!! Diese breiige Masse rollten sie zu mittelgroßen Bällchen und an einen großen Haken befestigt und dann ... warten...!! So verbrachten die Männer Stunden am Wasser und Manfred schloss mit einem Armenier und Jürgen mit einem Griechen kleine Freundschaften. Am Tage unserer Abreise lag bei uns, aber auch bei den Griechen ein wenig Wehmut in der Luft, denn zwischenzeitlich mochte man uns wohl so gern, dass wir mit Mandarinen, Kiwis, Wein, Ziegenkäse und Thunfisch verwöhnt wurden.
Nach Preveza, einer von drei Seiten vom Meer umspülten Kleinstadt, war es nicht weit. Schon während der Fahrt regnete es in Strömen. Der Wetterbericht, so die Griechen, sagte für zwei Tage ein Regentief vorher. An dem verkehrsgünstig gelegenen Yachthafen fanden wir unseren Übernachtungsplatz. Es lohnt sich vor allem ein Bummel durch die Haupteinkaufsstraße und durch die dort abzweigende romantische Gasse Odos Kontou. Das saubere und gut ausgestattete Internet - Cafe war gleich um die Ecke, so dass wir unsere Berichte und Emails versenden konnten.
Hier in Preveza konnte Petra endlich mal wieder zum Frisör gehen. Gott sei Dank sprach die Chefin des Frisörladens Deutsch, da sie ihre Lehre in Deutschland absolvierte und sich direkt danach in Griechenland selbständig machte. Hier tauschte man den neusten Tratsch aus, bekam aber auch Wissenswertes über Land und Leute erzählt. Z.B. war die Friseuse der Meinung, dass die meisten Griechen ihre Kinder nicht erziehen, sondern nur verwöhnen. Die Wurzelzwerge können machen was sie wollen, bekommen was sie wollen, können Nächte lang aufbleiben und kümmern sich später selten um eine Ausbildung, weil ... die Eltern ja alles finanzieren. Obwohl die Kinder sehr kinderlieb sind, haben sie die niedrigste Geburtenrate in Europa. Mit diesem Wissen, einem frisch gestylten Kopf und 70€ (!) ärmer (die jetzt natürlich in der Reisekasse eingespart werden müssen) ging es weiter.
Tatsächlich klarte das Wetter wie vorhergesagt am zweiten Tag auf. Unsere Reise nähert sich nun auch dem Ende und viele Kilometer wollten wir auch nicht mehr fahren. "Entspannung, Ruhe und Urlaub" war angesagt. Das Wetter spielte wieder mit, tagsüber 26 Grad, abends entsprechend kühler. Also auf nach Lefkas, die neben Euboea die einzige griechische Insel ist, die man über eine Brücke vom Festland erreichen kann. Mit 125 km hat man die ganze Insel umrundet. Klein, aber fein!!! In der Hauptstadt Lefkada bunkerten wir bei Lidl Lebensmittel. Manni entdeckte einen süßen, aber gut schmeckenden Pflaumenschnaps, der natürlich abends werden musste. Aus früheren Reisen kannten Manfred und Susi einen hervorragenden Stellplatz. Oberhalb einer Bucht verbrachten wir zwei Tage mit Faulenzen. (Port Katsiki/ N 38 Gr./ 36. 175/ E 020 Gr. 32. 955)
| Wir genossen die herrlichen Sonnenuntergänge und die abendlich vorbeifahrenden Fähren von Griechenland nach Italien und umgekehrt. Karibikflair kam hier auf. |
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Nur Faulenzen war uns dann auf Dauer doch zu wenig und wir verlagerten den Stellplatz nach Katisma Beach, ebenfalls auf Lefkas. (N 38 Gr./ 46. 744/ E 020 Gr. 36. 073).
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Mittlerweile war es der 29.11.06, herrliches Wetter, Sonne ohne Ende, Wassertemperatur ca. 19 Grad. Wir trauten unseren Augen nicht, sahen wir doch am Strand einen Windsack. Ganz eindeutig, hier war ein Landeplatz. Wo ein Landeplatz ist, ist auch ein Startplatz. Fernglas raus, den 130m hohen Berg im Hintergrund abgesucht und tatsächlich .... ein Startplatz...!! Unser Glück ließ uns absolut nicht im Stich. Ca. eine Stunde später kam ein Deutscher Paraglyderpilot, der seit 8 Jahren in Griechenland lebt. ruck zuck gab es ein kurzes Briefing und Manni als Frischling wurde ganz nervös. Man muss wissen, Manfred ist frischer Flieger und hat seine Matratze an Bord. Auch Jürgen wurde nervös. Als Drachen- und Segelflieger wird es doch möglich sein, mit so einem Fetzen diesen kleinen Berg runter zu hüpfen. Manfred war sofort bereit sein Gerät zur Verfügung zu stellen und erteilte Jürgen Unterricht. Am Boden wurden die ersten Trockenübungen unternommen. Aufmerksam verfolgte Jürgen die Anweisungen und schaute Manfred beim Start und später bei der Landung zu. Manfred war vom Fluggebiet begeistert und diese Begeisterung übertrug sich auch auf Jürgen. Für den nächsten Tag war Jürgens erster Flug angepeilt. Leider kam alles ganz anders!!
Kurz nach dem Frühstück turnten die beiden Männer auf den Felsen herum und Jürgen rutschte so unglücklich ab, dass er sich so stark verletzte und einige Minuten besinnungslos war. Aufgeregt pfiff Manfred uns Frauen heran, wir eilten so schnell wie möglich zur Unfallstelle, gefolgt von Blacky, der wohl auch ahnte, dass etwas Außergewöhnliches passiert sein musste. Gott sei Dank war Jürgen noch schwer benommen, aber er war nicht mehr bewusstlos und robbte sich auf allen Vieren zum feuchten Kies, um seine stark lädierte linke Seite zu kühlen. Er war kreidebleich und ihm war zum Kotzen übel. Wir gönnten ihm eine Ruhepause, sprachen ihm Mut zu und nach einigen Minuten humpelte er mit unserer Hilfe zum Wohnmobil. Nichts gebrochen war seine Eigendiagnose, aber schmerzhafte Prellungen. Nix mit Fliegen, vielleicht ein Wink mit dem Zaunpfahl.... Am späten Nachmittag juckte es schon wieder. Mit Mannis Motorrad fuhr er zum Startplatz, um die Situation abzuchecken. Aber, es kam wie es kommen musste, auf dem steilen, mit losen Steinen übersäten Startplatz rutschte Jürgen wieder aus und fiel auf seine rechte Seite ... ohne Verletzungen. Trotzdem ... es war heute nicht sein Tag.
| Der erste Start wurde verschoben. Trotz Blessuren und sonstigen Widrigkeiten des heutigen Tages genossen wir aber den wunderschönen Sonnenuntergang. |
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Mittlerweile drängte die Zeit, wir wollten Patras unseren Fährhafen nicht auf den letzten Drücker erreichen und fuhren über die sehr schmalen Strassen der Bergdörfer und dann immer an der Küste entlang nach Astakos. Diese kleine Stadt, idyllisch am Berg gelegen, glänzte bedauerlicher Weise mit einem extrem schmutzigen Strand. Leider Gottes fanden wir viele wunderschöne Ecken in Griechenland total vermüllt vor.
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Trotz funktionierender Müllabfuhr hat ein Teil der Griechen überhaupt kein Umweltbewusstsein, überall wird der gesamte Müll in die Landschaft geschmissen und in den Bergen findet man oftmals wilde Müllkippen. Wir konnten kein Verständnis dafür aufbringen, dass ein EU-Land teilweise im Müll versinkt |
In einem verlassenen, von Erdbeben zerstörten Bergdorf konnten wir wunderbares, frisches Quellwasser auftanken. Unsere Mittagspause verbrachten wir in dem Ort Paleros, einem kleinen, sehr gepflegten Ort mit malerischer Kulisse.
Unser letztes Etappenziel ist nun Nafpaktos am Golf von Patras. Bis Patras sind es ca. 15 km. Morgen, am 02.12.06, ist kurze Autopflege und tanken angesagt. Diesen Bericht werden wir noch über das Internet auf die Reise schicken und um 23.59 Uhr geht unsere Fähre nach Venedig, wo uns laut unserer Kinder eine große Überraschung erwartet. Wir sind gespannt und werden berichten.
Bis denne, Petra und Jürgen
6.10. Rückreise
| Die mautpflichtige Brücke über den Golf von Patras war Patras schnell erreicht. Kurz vor dem Hafen tankten wir noch einmal für 87.7 € pro Liter natürlich unsere Tanks voll. Während Petra eincheckte, wartete Jürgen draußen im Auto. |
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Eine Horde junger, schmutziger und verwahrlost aussehender Männer, unsicher dreinblickend, rannte plötzlich an unserem Auto vorbei. Im ersten Moment glaubte Jürgen, es handele sich hier um junge Seeleute, die nach wochenlanger Fahrt auf dem Meer nun vor Anker gingen. Als ein Polizeiwagen mit Blaulicht diese Männer verfolgte, war ihm klar, dass es sich um Illegale handelte. Später erfuhren wir, dass es viele junge Leute aus Iran, Pakistan, etc. illegal nach Europa zieht. Auch im Hafen fanden wir etliche Gruppen vor, die sich ängstlich kauernd auf den abgestellten LKW-Aufliegern versteckten. Gegen Abend kamen mehrere bewaffnete Polizisten, die versuchten, die restlichen jungen Leute einzufangen. Wer festgenommen wurde, kam gleich in einen Transporter. Arme Teufel .... die einem Leid tun können, aber Europa kann sie nun auch nicht alle aufnehmen.
Unsere Fähre, die um 23.59 Uhr Patras verlassen sollte, erreichte den Hafen ersten um 2 Uhr in der Frühe. Beim Aus- und Beladen der Fähre herrschte totales Chaos!!! Es war reichlich Schiffspersonal vorhanden, aber von einem geregelten Einschecken keine Spur. Jeder Bedienstete gab unterschiedlich und missverständliche Zeichen, die von allen LKW-Fahrern ignoriert wurden. Jeder suchte sich seinen Weg, um nun endlich möglichst schnell auf das Schiff zu kommen. Manche LKWs fuhren vorwärts, manche rückwärts auf das Schiff. Jürgen fuhr unseren Truck vorwärts auf das Schiff, musste diesen aber an Ort und Stelle noch drehen.
Wir bugsierten Blacky, der vor Angst zitterte, in die Hundebox und konnten endlich gegen 3 Uhr unsere Kabine belegen. Das Schiff verließ um 5 Uhr den Hafen über Igumentisa Richtung Venedig.
Bei neblig, trüben Wetter erreichten wir am Montag, den 04.12.06 gegen 16 Uhr Venedig. Ein großes Polizei- und Zollaufgebot erwartete unsere Fähre. Als die Ladeluken sich öffneten, gingen Beamte zielstrebig auf einen direkt neben uns parkenden, deutschen LKW zu. Der Fahrer, ein Ausländer, musste seinen Laderaum öffnen. Die Polizei wurde fündig. Zwölf Flüchtlinge kauerten in dem LKW und blickten uns ängstlich an. Der Fahrer wurde leichenblass und diskutierte mit den Beamten, die das Fahrzeug sofort versiegelten. Bei einem anderen Fahrzeug war der große Staukasten unter dem Auflieger aufgebrochen. Auch hier versteckte sich ein Flüchtling, der sein Gesicht kohlrabenschwarz angemalt hatte und kurze Zeit später aber festgenommen wurde. Wir konnten die Sache nicht weiter verfolgen, denn nun mussten wir die Fähre verlassen. Bei der Ausreise aus dem Hafen sahen wir, dass alle LKW`S gründlichst untersucht wurden, wir jedoch hatten freie Fahrt.
Nach einer Stunde erreichten wir unseren Stellplatz, von dem wir am nächsten Tag aus in 45 Minuten mit dem Wasserbus Venedig City erreichen konnten.
In Venedig schauten wir uns natürlich die wichtigsten Sehenswürdigkeiten, wie die Rialto Brücke, den San Marco Platz und den Canale Grande, etc., an.
Und dann... die Überraschung unserer Kinder ... : Wir durften in einem super Restaurant schlemmen, in dem eigentlich vorwiegend die Venezianer essen gehen sollten, wir aber jede Art von Sprache zu hören bekamen, nur kein italienisch. Neben uns saß ein schwedisches, gegenüber von uns ein amerikanisches Ehepaar, also Multikulti. Nach unserer fünfmonatigen Reise war dieses Essen natürlich ein Highlight für uns, wir möchten uns nochmals bei unseren Kindern bedanken!!! Die Überraschung ist wirklich gelungen!!!
Am nächsten Tag fuhren wir non Stopp nach Übersee am Chiemsee, um im Motoreninstandsetzungswerk von Deutz zwei Auspuffkrümmer für unseren Truck zu bestellen. Hier wollte Jürgen auch seinen alten Drachenfluglehrer in Grassau besuchen und musste aber leider erfahren, dass dieser vor zwei Jahren, fünfundsechzigjährig, hinter dem Lenkrad seines Autos einen Herzinfarkt bekam und daran starb.
Nach einem Nachtstopp war dann Rothenburg o.d. Tauber unser erklärtes Ziel, welches wir unbedingt einmal im Winter mit seinem Weihnachtsmarkt sehen wollten. Den Weihnachtsmarkt haben wir gesehen, aber keinen Schnee, weit und breit keiner!
Einen wunderbaren Stellplatz hatten wir unten im Taubertal, von hier aus konnten wir in zehn Minuten zu Fuß die Stadt erreichen. Herzlichen Dank an Helga und Rudi!
Rothenburg kennen wir schon aus früheren Reisen, halten uns immer wieder gerne in dieser mittelalterlichen Stadt auf. Hier gibt es gut erhaltene Häuser, viele Museen, hier besonders das Kriminalmuseum, die alte Stadtmauer und das gesamte Ambiente ist immer wieder eine Besichtigung wert. Ein Magnet für Amerikaner und Japaner, natürlich auch für viele Deutsche ist das Weihnachtsdorf von Käthe Wohlfahrt, welches das ganze Jahr über das Geschäft in eine wunderbare Weihnachtslandschaft verzaubert.
| Nach einer schönen Zeit in Rothenburg erreichten wir nach zweieinhalb Stunden Fahrt das Haus von unseren Freunden Peter und Elke und... dem im September geborenen Familienzuwachs... Michel, der... so ist es nun geplant, mit seinen Eltern und uns im nächsten Jahr nach Island fährt!! |
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Dieses ist nun das Ende unserer ersten Reiseetappe, zum Wochenende werden wir bei unseren Kindern und unserem Enkel in Rinteln sein.
6.11. Bilanz der ersten Reise
Mittlerweile sind wir viereinhalb Monate unterwegs und können uns ein Leben in unserem Deutz gut vorstellen. Wir haben bisher sehr viel erlebt und immer wieder sehr, sehr nette Menschen kennengelernt und Deutschland mit seinen ganzen Problemen ist weit, weit weg.
Unsere "Probleme" haben sich verlagert. Uns interessiert zur Zeit:
- Wo sind gute und kostenlose Stellplätze?
- Wo bekommen wir günstig Sprit?
- Wo können wir uns und das Auto versorgen?
| Diese wenigen "Probleme" lassen uns gut und viel schlafen. Welch ein Luxus!!!! |
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Sicherlich ist unser Deutz noch nicht richtig gefordert geworden, trotzdem gilt ihm unser Dank fuer die bisherige Leistung! Schon im nächsten Jahr, so viel steht jedenfalls fest, wird er schwierigere Strecken fahren müssen.
Lange haben wir gemeinsam mit unseren Reisepartnern Susi und Manfred überlegt, ob wir unsere Reise über Syrien und Jordanien bis zum Februar 07 verlängern.
Weihnachten ohne Oma und Opa konnte sich unsere Tochter aber für ihren kleinen Sohn Bendik nicht so richtig vorstellen und ... versprochen ist versprochen, es bleibt dabei... am 2. Dezember geht unsere Fähre von Patras nach Venedig, sodass wir Mitte Dezember wieder in Rinteln sind.
Wir freuen uns auf ein Weihnachtsfest mit unseren Kindern und natürlich mit unserem Enkelkind!!
Aber..
Ganz klar!!!
Nächstes Jahr geht es wieder auf die große Reise!!
Reiseinformationen:
ca. 14.000 km in fünf Monaten,
Dieselverbrauch 25 l / bei Berg- und Talfahrten bis 28 l pro 1oo km,
Dieselkosten der einzelnen Länder siehe Reisebericht ( in Griechenland war der Sprit am billigsten/ 87.7Cent pro Liter)
Faehrkosten Rückreise Patras - Venedig 530€ mit 2-Bett- Außenkabine/ Hund kostenlos in einer Hundebox
Tägliche Kosten:
in Ungarn, Rumänien, Bulgarien ca. 25 bis 27€
in der Türkei ca. 27
in Griechenland ca. 35€
Ausser Dieselkraftstoff ist in diesen Preisen alles enhalten, wie Lebensmittel, Essen gehen, Eintritte, Friseurbesuche, etc.
Die Abschreibungskosten des Fahrzeuges wurden nicht berücksichtigt.
Sicherheitslage:
In keinem der Länder sind wir bestohlen, bedrängt oder bedroht worden. Nur dreimal besch.... worden!! Selber Schuld!!
In allen Ländern sind uns die Menschen offen, freundlich und neugierig begegnet. Wir Deutschen genießen in diesen Ländern einen guten Ruf, oftmals wurden wir von Kindern mit Deutschland- oder Germany-Rufen begrüßt.
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